Neue Biografien

Neue Biographien

    Marianne Atzeroth-Freier

    Kriminalkommissarin

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    16.6.1946
    -
    18.10.2017

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    Erst mit Anfang Dreißig kommt Marianne Atzeroth-Freier, die damals noch Gebauer heißt, zur Hamburger Polizei. Nach dem Schulabschluss hatte „Janne“, wie sie oft genannt wird, noch ganz andere Berufsvorstellungen. Am 16. Juni 1946 in Hamburg geboren, arbeitete die begeisterte Turnerin zunächst als Sportlehrerin auf Zeitvertragsbasis an einer Grund- und Hauptschule. 1971 wurde sie zusätzlich Übungsleiterin an der Landespolizeischule, mit damals noch getrenntem Unterricht für Frauen und Männer. Weil die Erzählungen ihrer Schülerinnen über deren Arbeitsalltag sie zunehmend interessieren, bewirbt sie sich schließlich selbst bei der Polizei.

    1978 beginnt sie die Ausbildung zur Schutzpolizistin – als eine von fünf Frauen des Jahrgangs, gegenüber 375 Männern. Danach absolviert sie eine Zusatzausbildung für den Dienst bei der Kriminalpolizei. 1981 beginnt sie bei der „Sitte“ und ist zuständig für Vergewaltigungen, Exhibitionismus, Kindesmissbrauch und sexuelle Nötigung. Als die Hamburger Morgenpost Marianne Gebauer 1987 in der Reihe „Hamburgs starke Frauen“ porträtiert, antwortet sie auf die Frage, ob sie durch ihre Tätigkeit nicht den Glauben an die Menschen verlieren würde: „Ich habe gelernt, dass viele verschiedene Welten nebeneinander existieren, die sich meist nicht berühren.“ Nur so kann sie sexuell missbrauchte Kinder befragen, ohne dass es sie bis in ihr Privatleben hinein belastet. „Es geht nicht anders. Ich muss das trennen können. Ich muss.“ Seit ihrer Scheidung ist sie alleinerziehend. Marianne Gebauer gilt als zugewandt, als eine Frau, die aufmerksam zuhört. Zugleich kann sie auch hartnäckig sein – eine Eigenschaft, die 1996 zur Verurteilung des Hamburger Kürschners Lutz Reinstrom wegen Mordes führen wird. Doch ihr ganzes Berufsleben hindurch muss die Kommissarin gegen Widerstände ihrer männlichen Kollegen und strukturelle Diskriminierungen im Polizeidienst kämpfen. Geschlechtsspezifische Anfeindungen und Ausgrenzungen sind Teil ihres Arbeitsalltags und werden umso stärker, je selbstständiger sie handelt.

    Im September 1991 wird in Hamburg Christa S. entführt, der Täter verlangt Lösegeld von ihrem Lebensgefährten. Marianne Gebauer gehört der Verhandlungsgruppe an, sie ist für die Angehörigenbetreuung zuständig. Nach einer Woche kommt Christa S. wieder frei. Doch die Polizeibeamten glauben ihr nicht: Ein Mann hätte sie in einen unterirdischen Bunker verschleppt und freigelassen, weil die Sterne schlecht standen? Sie verdächtigen sie vielmehr, mit dem Entführer unter einer Decke zu stecken, um sich das Lösegeld zu teilen. Auch Marianne Gebauer ist skeptisch. Aber sie hört Christa S. zu und protokolliert deren Schilderungen. Wenig später wechselt sie zur Mordkommission. Hier ist sie eine der ersten Frauen überhaupt. Inzwischen hat sie wieder geheiratet und heißt jetzt Atzeroth-Freier.

    Im Mai 1992 wird sie als Zeugin in einem Prozess vorgeladen. Angeklagt ist Lutz Reinstrom wegen der Entführung von Christa S. Aussagen des Lebensgefährten hatten zu Reinstroms Verhaftung geführt. In der Prozesspause spricht eine ältere Frau Marianne Atzeroth-Freier an. Sie heißt Margarete Röhl. Ihre Tochter Annegret Bauer würde seit vier Jahren vermisst und Christa S.s Fall hätte so viele Ähnlichkeiten mit den Umständen von Annegrets Verschwindens. Die Polizei hätte die Angelegenheit aber schon zu den Akten gelegt. Je mehr Margarete Röhl erzählt, desto hellhöriger wird die Kommissarin. Als sie dann noch erfährt, dass die Ehefrau von Christa S.s Lebensgefährten, Hildegard Kloeßer, bereits seit 1986 vermisst wird und dieser ebenfalls ungelöste Fall den beiden anderen stark ähnelt, entschließt sie sich, erneut zu ermitteln. Ihr Vorgesetzer und ihre Kollegen belächeln sie. Sie sei in der Mordkommission und solle dort ihre Arbeit machen. Private Ermittlungen kann ihr jedoch niemand verbieten. Unbeirrt verbringt sie von da an fast jede freie Minute damit, den Vermisstenfällen Annegret Bauer und Hildegard Kloeßer nachzugehen. Später sagt sie über ihre Motivation: „Ich wollte dafür sorgen, dass die Angehörigen endlich Sicherheit bekommen, und wenn es nur ein Ort zum Trauern ist. Das Gericht verurteilt Reinstrom wegen Erpressung und Menschenraubs zu drei Jahren Haft. Ein Gerichtspsychologe hält ihn für „seelisch ausgeglichen. Doch Marianne Atzeroth-Freier traut dem Frieden nicht.

    Sorgfältig trägt sie unzählige Indizien zusammen. Sie verdächtigt Reinstrom inzwischen sogar des Mordes. Auch der zuständige Staatsanwalt ist überzeugt. Aber entscheiden muss sein Vorgesetzer. Dessen Kommentar? „Unsinn“. Schließlich erhält Marianne Atzeroth-Freier doch den Durchsuchungsbeschluss für Reinstroms Haus in Rahlstedt und sein Wochenendhaus bei Lauenburg. Als die Polizeibeamten dort gleich mehrere Hinweise auf seine Verwicklung auch in die Fälle Hildegard Kloeßer und Annegret Bauer finden, richtet Atzeroth-Freiers Chef widerwillig eine Sonderkommission ein. Diese findet schließlich auf Reinstroms Grundstücken zwei Fässer mit Leichenteilen der beiden vermissten Frauen.

    Natürlich berichtet auch die Presse. „Eine Frau sammelte die Beweise“, titelt das Hamburger Abendblatt. Marianne Atzeroth-Freiers Kollegen sind darüber nicht erfreut. Ihr Dienststellenleiter wirft ihr vor, sich hervorzutun, sich wichtig machen zu wollen. Bis zum Ende ihrer Zeit bei der Mordkommission spricht er nicht mehr mit ihr. Als er bei der nächsten Weihnachtsfeier stolz einen gelösten Fall seiner Abteilung nach dem anderen hervorhebt, erwähnte er den Fall Reinstrom mit keinem Wort. Marianne Atzeroth-Freier erhält keine Anerkennung für ihre Arbeit, sie wird auch nicht befördert. Auch als einige Kollegen sich bei ihr entschuldigen, weil sie sie nicht ernst genonmmen hätten, setzt ihr die generell fehlende Wertschätzung sehr zu.

    Am 22. Mai 1996 verurteilt das Hamburger Landgericht Lutz Reinstrom wegen Mordes in zwei Fällen, versuchten Raubs und erpresserischen Menschenraubs zu lebenslanger Haft mit anschließernder Sicherungsverwahrung. Zu der Zeit hat Marianne Atzeroth-Freier die Mordkommission bereits verlassen. Sie arbeitet nun im Dezernat Interne Ermittlungen. Als sie 2006 pensioniert wird, erhält sie als Abschiedgeschenk von ihren Kollegen den Duden „Deutsche Rechtschreibung“ – eine Herabwürdigung, die sprachlos macht.

    Marianne Atzeroth-Freier stirbt am 18. Oktober 2017 nach schwerer Krankheit in Hamburg. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof Volksdorf. Ihr Stiefsohn Matthias Freier dreht 2024 den Film „Die Unsichtbaren“. Er lässt ihr die Anerkennung zuteil werden, die ihr fast alle ihre männlichen Kollegen im Polizeidienst stets verweigert haben.

    Text: Frauke Steinhäuser

    Quellen: Heinrich Thies, Hilferuf aus dem Folterkeller. Die Hamburger Säurefassmorde – eine Spurensuche, Springe, 2014; Florentin Schumacher, hilf!, in: stern Crime, 16 (2017), online: https://florentinschumacher.de/texte/saurefassmorder [Zugriff 28.8.29026]; Christiane Flemig, Wie eine Hamburger Kommissarin die „Säurefassmorde“ aufklärte, weil sie den Opfern zuhörte, in: Weißer Ring Magazin, 14.2.2024, online: https://wr-magazin.de/themen/wie-eine-hamburger-kommissarin-die-saeurefassmorde-aufklaerte-weil-sie-den-opfern-zuhoerte/ [Zugriff 28.8.2026].

       

    Belächeln. Entwerten. Töten

    Die Mord- und Entführungsopfer Hildegard Kloeßer, Annegret Bauer, Christa S. und die ermittelnde Kommissarin Marianne Atzeroth-Freier   

    Die Morde an Hildegard Kloeßer (1986) und Annegret Bauer (1988) waren Femizide: Lutz Reinstrom entführte, quälte und tötete beide, weil sie Frauen waren. 1991 entführte er zudem Christa S. und erpresste zunächst ihren Lebensgefährten. Doch auch sie wollte er ermorden und änderte seine Pläne nur, weil seine Frau früher als erwartet von einer Reise zurückkehrte. Er genoss die Angst der Frauen und seine Macht, als er sie in seinem unterirdischen Bunker gefangenhielt. Indem er sie mit Handschellen an ein Bett fesselte, waren sie ihm noch stärker ausgeliefert, auch damit zeigte er deutliche sadistische Züge. Er ließ Hildegard Kloeßer und Annegret Bauer hungern und vergewaltigte Annegret Bauer, die damit auch ein Opfer sexualisierter Gewalt wurde.

    Das Töten einer Frau, weil sie eine Frau ist, stellt die Eskalation geschlechtsspezifischer Gewalt dar. Die oft reißerisch-irreführend „Säurefassmorde“ genannten Verbrechen machen aber nicht nur körperliche und sexualisierte, sondern auch strukturelle Gewalt gegen Frauen deutlich. Darunter fallen alle Formen von Gewalt, die nicht unmittelbar von individuellen Akteur:innen verübt werden, sondern in sozialen Strukturen, Institutionen oder Systemen verankert sind, zum Beispiel am Arbeitsplatz und auf staatlicher Ebene. Auch sie ist kein individuelles Problem, das aus persönlichen Umständen entsteht, sondern ebenfalls sowohl Ursache als auch Folge ungleicher Machtverhältnisse.

    Als Lutz Reinstrom Christa S. nach einer Woche Gefangenschaft vor einer Hamburger Polizeiwache freiließ, glaubten ihr die dortigen Beamten die Entführung erst nicht. Sie vermuteten in der Frau mit den unordentlichen Haaren und Kleidern eine aus der nahegelegenen psychatrischen Klinik entwichene Patientin. Auch die Kriminalpolizisten, die sie im Anschluss vernahmen, hielten die Entführung zunächst für erfunden. Ob sie vielleicht einsam sei, wurde sie gefragt. 1992 wurde Reinstrom wegen Freiheitsberaubung schließlich doch zu drei Jahren Haft verurteilt. Eine relativ milde Strafe, denn das Gericht verdächtigte Christa S. nach wie vor, mit ihm bei der Entführung und Erpressung zusammengearbeitet zu haben – was aber nie der Fall war.

    Eine ähnliche Erfahrung machte Margarete Röhl, Annegret Bauers Mutter. Als sie ihre Tochter bei der Polizei als vermisst meldete, äußerte sie anhand von gleich mehreren Belegen den Verdacht, dass Reinstrom damit zu tun haben könnte. Doch ein Kriminalbeamter, der Reinstrom aus dem Sportverein kannte, hielt es für unvorstellbar, dass er etwas mit Annegret Bauers Verschwinden zu tun haben könnte. Ihm glaubten die Kollegen, den Angehörigen nicht. Die abwertende Behandlung Margarete Röhls durch die Polizeibeamten war jedoch nicht nur für sie persönlich kränkend und generell ein Ausdruck struktureller Diskriminierung. Hätten die Beamten ihr geglaubt, hätte ihre Tochter Annegret Bauer noch gerettet werden können.

    In beiden Fällen nahmen Männer als Vertreter der Staatsgewalt Frauen nicht ernst. Das tat erst die Kriminalbeamtin Marianne Atzeroth-Freier. Sie ging den Hinweisen nach, erfuhr damit jedoch ihrerseits strukturelle Diskriminierung. Sie hätte sich da in etwas verrannt, entgegnete ihr Vorgesetzter, als sie wegen der vielen Ungereimtheiten bei den Vermisstenfällen auf Handlungsbedarf pochte. Die zuvor zuständigen Kollegen hatten die Fälle Hildegard Kloeßer, Annegret Bauer und Christa S. jeweils nach kurzer Zeit zu den Akten gelegt. Als Atzeroth-Freier daraufhin in ihrer Freizeit ermittelte, warfen ihr die Kollegen einen Alleingang vor. Auch als sie Reinstrom überführte, erhielt sie keinerlei Anerkennung. Ihr Dienststellenleiter warf ihr vielmehr vor, sie würde sich wichtig machen und sprach nicht mehr mit ihr, bis sie zermürbt die Abteilung verließ. Eine Beförderung wegen des Ermittlungserfolgs blieb ebenfalls aus.

    2011 verabschiedete der Europarat das erste völkerrechtlich verbindliche Instrument zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt, die „Istanbul-Konvention. Sie definiert „alle Handlungen […], die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder wirtschaftlichen Schäden oder Leiden bei Frauen führen oder führen können, einschließlich der Androhung solcher Handlungen, der Nötigung oder der willkürlichen Freiheitsentziehung, sei es im öffentlichen oder privaten Leben als  Menschenrechtsverletzung. Zugleich erkennt sie Gewalt gegen Frauen ausdrücklich als „Ausdruck historisch gewachsener Machtungleichheiten und struktureller Diskriminierung“ an. Deutschland ratifizierte die Istanbul-Konvention 2018 und verpflichtete sich damit, „alle Formen von Gewalt gegen Frauen zu verhindern, alle Betroffenen zu schützen und Täter konsequent zu verfolgen.“ Gleichwohl wird in Deutschland nach wie vor mindestens jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt (Stand Dezember 2025).

      (siehe zur Biografie der Kriminalkommissarin Annegret Bauer)  

    Text: Frauke Steinhäuser

     

    Quellen: Julia Habermann/Sonja Wölte, Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Bonn, 2025 (Bpb-Themenblätter im Unterricht; 142); Bündnis Istanbul-Konvention (BIK), Alternativbericht zur Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, Berlin, 2025; Dachverband Frauen- und Mädchenberatung (DFMB), Formen von Gewalt, in: https://dfmb.at/themen/gewalt-gegen-frauen-und-maedchen/formen-von-gewalt/ [Zugriff 23.8.2026]; Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.), Formen der Gewalt erkennen, 10.12.2025, in: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/haeusliche-gewalt/formen-der-gewalt-erkennen-80642 [Zugriff 23.8.2026].

    Annegret Bauer

    Industriekauffrau

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    10.10.1956

    Oktober 1988

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    Mach’s gut. Viele Küsse. Deine Annegret“

    Annegret Bauer verschwindet am 6. Oktober 1988, vier Tage vor ihrem 32. Geburtstag. Es ist ein milder Herbsttag und wie gewohnt will sie morgens zur Arbeit fahren. Doch dort kommt sie nie an. Fotos von ihr aus jener Zeit zeigen eine junge Frau mit rotblonden Locken, die sportlich-elegante Kleidung mag, gern Schmuck trägt und sich gekonnt schminkt. Sie hatte Stil, sagt ihr damaliger Verlobter Thomas B. über sie, und sie wusste, was sie wollte. Hätte eine Hamburger Kommissarin nicht gegen den Widerstand von Kollegen hartnäckig die polizeilichen Ermittlungen vorangetrieben, wäre der Femizid, dem Annegret Bauer zum Opfer fiel, nie aufgeklärt und der Täter – ein langjähriger Freund – nie überführt worden.

    Am 10. Oktober 1956 in Hamburg geboren, besucht Annegret Röhl, so ihr Geburtsname, das Gymnasium, macht Abitur und absolviert danach eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Zusammen mit ihren Eltern Kurt und Margarete Röhl und ihrem neun Jahre älteren Bruder Bernd wächst sie in Barmbek-Süd auf. In ihrer Freizeit schwimmt Annegret Röhl leidenschaftlich gern und trainiert regelmäßig in einem Sportverein. Dort lernt sie auch ihren künftigen Ehemann kennen, Jochen Bauer. Er ist ebenfalls ein begeisterter Schwimmer – so wie sein bester Freund, der Kürschner Lutz Reinstrom. Nach dem Training sitzten die drei oft noch zusammen, gern mit weiteren Freunden aus dem Verein.

    Als Jochen Bauer und Annegret Röhl 1982 heiraten, wählt Jochen Bauer Reinstrom als seinen Trauzeugen. Auch Annegrets Eltern kennen ihn über Jahre hinweg als Bekannten ihrer Tochter. Seine sadistisch-sexuellen Vorlieben versteckt er nicht und sein Umfeld nimmt seine Sprüche hin. Er sei eben eine „Stimmungskanone“. Annegret scheint er nachzustellen, doch sie zeigt kein Interesse an ihm, das über freundschaftliche Kontakte hinausgeht.

    Die Ehe zwischen Annegret und Jochen Bauer hält nicht lange. Einige Zeit später werden sie und Thomas B. ein Paar. Thomas B. gehörte einst auch zu der Schwimm-Clique. 1986 kaufen beide zusammen ein Haus in Hamburg-Jenfeld. Doch dann kommt der 6. Oktober 1988. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bringt Lutz Reinstrom, der inzwischen verheiratet und Vater einer Tochter ist, Annegret Bauer in seine Gewalt. Er sperrt sie in den schallisolierten Atomschutzbunker unter seinem Reihenhaus in Hamburg-Rahlstedt. Mit Handschellen fesselt er sie an ein Doppelstockbett, macht Polaroidfotos von ihr in dieser demütigenden Situation. Er misshandelt und missbraucht sie, sie muss für ihn Kassetten mit seinen Fantasien besprechen. Auch verschafft er sich Zugriff auf ihr Vermögen, verkauft heimlich ihr Auto, holt sogar ein von ihr und Thomas B. bestelltes Sofa ab. Ihrem Verlobten, ihrer Mutter, anderen Familienangehörigen und ihrem Ex-Mann muss sie schreiben: Sie hätte ihr bisheriges Leben freiwillig hinter sich gelassen und sei eine neue Beziehung eingegangen. Hinzu kommen regelmäßig fingierte Ansichtskarten aus dem Ausland sowie Glückwunschkarten und Geschenke zu Geburtstagen. Bei ihrem Arbeitgeber geht ihre Kündigung ein. Viel später wird ein Schriftsachverständiger feststellen, dass sich auf einer Karte Hilferufe von Annegret Bauer verbergen: Sie schrieb manche Buchstaben absichtlich dicker, sodass sich die Worte „Hilf“ und „Luz“ ergaben. Doch niemand bemerkte es.

    Anfangs ist Annegret Bauer offenbar noch zuversichtlich, dass ihr Martyrium bald ein Ende haben würde. Schließlich war Reinstrom ein guter Freund. Auch wird sie überzeugt gewesen sein, dass ihr Verlobter den Schreiben nicht glaubt und nach ihr sucht. Sie hatten doch eine gemeinsame Zukunft geplant. Aber als die Polizei später die Kassetten findet, wird deutlich, wie ihre anfängliche Zuversicht immer mehr der Angst weicht und schließlich der Gewissheit, nicht mehr lebend aus dem Bunker herauszukommen. Wie verzweifelt muss sie gewesen sein. „Mach’s gut. Viele Küsse. Deine Annegret“, schreibt sie ihrem Verlobten. Ein letztes Lebenszeichen ist eine Urlaubskarte aus Rio de Janeiro vom 31. März 1989. Doch ob sie zu dem Zeitpunkt noch lebt, ist ungewiss.

    Thomas B. und Margarete Röhl waren tatsächlich irritiert über die Briefe und Karten. Annegret würde nie so viele Rechtschreibfehler machen, auch würde sie ganz anders formulieren. Weil Margarete Röhl weiß, dass Lutz Reinstrom und ihre Tochter befreundet waren, fragt sie ihn, ob er etwas über deren Verbleib sagen könne. Er redet viel, weicht aber ihren Fragen aus. Auch eine Vermisstenanzeige hat keinen Erfolg. Nach einiger Zeit stellt die Polizei den Fall ein, trotz aller Widersprüchlichkeiten. Dass Frauen ihren Partner verlassen, kommt doch immer wieder vor.

    Aber Margarete Röhl gibt nicht auf. Im Sommer 1992 erfährt sie, dass Lutz Reinstrom wegen Entführung der Krankenhausangestellten Christa S. angeklagt wird, der Lebensgefährtin seines einstigen Ausbilders, des renommierten Kürschners Kurt Kloeßer. Sie geht zu dem Gerichtsprozess und ist erschüttert. So vieles an dem Fall ähnelt dem Verschwinden ihrer Tochter. Schließlich wendet sie sich an die Kommissarin Marianne Atzeroth-Freier, die als Zeugin geladen ist. Diese wird hellhörig und stimmt Margarete Röhl zu. Die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Sie beginnt – zunächst in ihrer Freizeit – zu ermitteln und erwirkt schließlich einen Durchsuchungsbeschluss für Reinstroms Reihenhaus und für sein Wochenendhaus bei Lauenburg an der Elbe.

    Was die Polizist:innen entdecken, erschüttert alle Beteiligten. In zwei mit Salzsäure gefüllten Fässern finden sie Leichenteile zweier Frauen. Eine davon ist Annegret Bauer. Die zweite ist das Opfer eines bis dahin ebenfalls ungeklärten Vermisstenfalls: Hildegard „Hilde“ Kloeßer, geborene Krippgans, die Ehefrau von Reinstroms ehemaligem Ausbilder Kloeßer. Die gelernte Friseurin war bereits 1986 von einem Tag auf den anderen spurlos verschwunden – so wie Christa S. und Annegret Bauer. Auch in dem Fall der damals 61-Jährigen hatte die Polizei die Vermisstenanzeige nicht ernst genommen und das Verfahren letztlich eingestellt. Obwohl die Umstände des Verschwindens bei allen drei Frauen sehr ähnlich waren, stellten die zuständigen Beamten keine Zusammenhänge her. Das tat erst Marianne Atzeroth-Freier.

    Am 22. Mai 1992 verurteilt die 22. Strafkammer des Hamburger Landgerichts Lutz Reinstrom wegen Mordes in zwei Fällen, versuchten Raubs und erpresserischen Menschenraubs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Wegen der besonderen Schwere der Schuld und „fortbestehender Gefährlichkeit für die Allgemeinheit“ ordnet der Richter zudem eine anschließende Sicherungsverwahrung an. Eine Begnadigung nach 15 Jahren ist damit ausgeschlossen. Für die Angehörigen und Partner der vermissten und getöteten Frauen endete damit eine jahrelange Ungewissheit. Doch die Frage bleibt: Hätte Annegret Bauers Leben gerettet werden können, wenn die Polizeibeamten die Hinweise ihres Verlobten und ihrer Mutter rechtzeitig ernstgenommen hätten?

    Auf dem Grabstein von Annegret Bauer stehen auch der Name ihrer Großmutter Else Röhl und der ihres Vaters Kurt Röhl.

    Text: Frauke Steinhäuser

    Quellen: Staatsarchiv Hamburg, 332-5 Standesämter: 11541 u. 3463/1992

    Sterberegister Hildegard Kloeßer, 11541 u. 3521/1992 Sterberegister Annegret Bauer,

    14846 u. 1205/1987 Sterberegister Kurt Röhl; Hamburger Telefonbücher; Heinrich

    Thies, Hilferuf aus dem Folterkeller. Die Hamburger Säurefassmorde – eine

    Spurensuche, Springe, 2014; Sabine Rückert, Noch ein Keller, in: Die Zeit, 8.5.2008,

    online: https://www.zeit.de/2008/20/Amstetten/komplettansicht [Zugriff 10.8.2026];

    Matti Geschonneck, Angst hat eine kalte Hand, Deutschland, 1996, online: https://

    www.youtube.com/watch?v=JOroY4kPG38 [Zugriff 10.8.2026]; „Die Unsichtbaren“.

    Dokumentarfilm v. Matthias Freier, Deutschland, 2023; mit Dank an Inga und Svenja Röhl (Nichten von Annegret Röhl) für Informationen.

     

    Belächeln. Entwerten. Töten

    Die Mord- und Entführungsopfer Hildegard Kloeßer, Annegret Bauer, Christa S. und die ermittelnde Kommissarin Marianne Atzeroth-Freier   

    Die Morde an Hildegard Kloeßer (1986) und Annegret Bauer (1988) waren Femizide: Lutz Reinstrom entführte, quälte und tötete beide, weil sie Frauen waren. 1991 entführte er zudem Christa S. und erpresste zunächst ihren Lebensgefährten. Doch auch sie wollte er ermorden und änderte seine Pläne nur, weil seine Frau früher als erwartet von einer Reise zurückkehrte. Er genoss die Angst der Frauen und seine Macht, als er sie in seinem unterirdischen Bunker gefangenhielt. Indem er sie mit Handschellen an ein Bett fesselte, waren sie ihm noch stärker ausgeliefert, auch damit zeigte er deutliche sadistische Züge. Er ließ Hildegard Kloeßer und Annegret Bauer hungern und vergewaltigte Annegret Bauer, die damit auch ein Opfer sexualisierter Gewalt wurde.

    Das Töten einer Frau, weil sie eine Frau ist, stellt die Eskalation geschlechtsspezifischer Gewalt dar. Die oft reißerisch-irreführend „Säurefassmorde“ genannten Verbrechen machen aber nicht nur körperliche und sexualisierte, sondern auch strukturelle Gewalt gegen Frauen deutlich. Darunter fallen alle Formen von Gewalt, die nicht unmittelbar von individuellen Akteur:innen verübt werden, sondern in sozialen Strukturen, Institutionen oder Systemen verankert sind, zum Beispiel am Arbeitsplatz und auf staatlicher Ebene. Auch sie ist kein individuelles Problem, das aus persönlichen Umständen entsteht, sondern ebenfalls sowohl Ursache als auch Folge ungleicher Machtverhältnisse.

    Als Lutz Reinstrom Christa S. nach einer Woche Gefangenschaft vor einer Hamburger Polizeiwache freiließ, glaubten ihr die dortigen Beamten die Entführung erst nicht. Sie vermuteten in der Frau mit den unordentlichen Haaren und Kleidern eine aus der nahegelegenen psychatrischen Klinik entwichene Patientin. Auch die Kriminalpolizisten, die sie im Anschluss vernahmen, hielten die Entführung zunächst für erfunden. Ob sie vielleicht einsam sei, wurde sie gefragt. 1992 wurde Reinstrom wegen Freiheitsberaubung schließlich doch zu drei Jahren Haft verurteilt. Eine relativ milde Strafe, denn das Gericht verdächtigte Christa S. nach wie vor, mit ihm bei der Entführung und Erpressung zusammengearbeitet zu haben – was aber nie der Fall war.

    Eine ähnliche Erfahrung machte Margarete Röhl, Annegret Bauers Mutter. Als sie ihre Tochter bei der Polizei als vermisst meldete, äußerte sie anhand von gleich mehreren Belegen den Verdacht, dass Reinstrom damit zu tun haben könnte. Doch ein Kriminalbeamter, der Reinstrom aus dem Sportverein kannte, hielt es für unvorstellbar, dass er etwas mit Annegret Bauers Verschwinden zu tun haben könnte. Ihm glaubten die Kollegen, den Angehörigen nicht. Die abwertende Behandlung Margarete Röhls durch die Polizeibeamten war jedoch nicht nur für sie persönlich kränkend und generell ein Ausdruck struktureller Diskriminierung. Hätten die Beamten ihr geglaubt, hätte ihre Tochter Annegret Bauer noch gerettet werden können.

    In beiden Fällen nahmen Männer als Vertreter der Staatsgewalt Frauen nicht ernst. Das tat erst die Kriminalbeamtin Marianne Atzeroth-Freier. Sie ging den Hinweisen nach, erfuhr damit jedoch ihrerseits strukturelle Diskriminierung. Sie hätte sich da in etwas verrannt, entgegnete ihr Vorgesetzter, als sie wegen der vielen Ungereimtheiten bei den Vermisstenfällen auf Handlungsbedarf pochte. Die zuvor zuständigen Kollegen hatten die Fälle Hildegard Kloeßer, Annegret Bauer und Christa S. jeweils nach kurzer Zeit zu den Akten gelegt. Als Atzeroth-Freier daraufhin in ihrer Freizeit ermittelte, warfen ihr die Kollegen einen Alleingang vor. Auch als sie Reinstrom überführte, erhielt sie keinerlei Anerkennung. Ihr Dienststellenleiter warf ihr vielmehr vor, sie würde sich wichtig machen und sprach nicht mehr mit ihr, bis sie zermürbt die Abteilung verließ. Eine Beförderung wegen des Ermittlungserfolgs blieb ebenfalls aus.

    2011 verabschiedete der Europarat das erste völkerrechtlich verbindliche Instrument zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt, die „Istanbul-Konvention. Sie definiert „alle Handlungen […], die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder wirtschaftlichen Schäden oder Leiden bei Frauen führen oder führen können, einschließlich der Androhung solcher Handlungen, der Nötigung oder der willkürlichen Freiheitsentziehung, sei es im öffentlichen oder privaten Leben als  Menschenrechtsverletzung. Zugleich erkennt sie Gewalt gegen Frauen ausdrücklich als „Ausdruck historisch gewachsener Machtungleichheiten und struktureller Diskriminierung“ an. Deutschland ratifizierte die Istanbul-Konvention 2018 und verpflichtete sich damit, „alle Formen von Gewalt gegen Frauen zu verhindern, alle Betroffenen zu schützen und Täter konsequent zu verfolgen.“ Gleichwohl wird in Deutschland nach wie vor mindestens jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt (Stand Dezember 2025).

    (siehe zur Biografie der Kriminalkommissarin Marianne Atzeroth-Freier)

    Text: Frauke Steinhäuser

    Quellen: Julia Habermann/Sonja Wölte, Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Bonn, 2025 (Bpb-Themenblätter im Unterricht; 142); Bündnis Istanbul-Konvention (BIK), Alternativbericht zur Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, Berlin, 2025; Dachverband Frauen- und Mädchenberatung (DFMB), Formen von Gewalt, in: https://dfmb.at/themen/gewalt-gegen-frauen-und-maedchen/formen-von-gewalt/ [Zugriff 23.8.2026]; Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.), Formen der Gewalt erkennen, 10.12.2025, in: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/haeusliche-gewalt/formen-der-gewalt-erkennen-80642 [Zugriff 23.8.2026].

    Hedi Höpfner Scheinpflug

    Tänzerin, Schauspielerin, Schauspiellehrerin

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    25.5.1910
    Berlin
    -
    24.8.1988
    Hamburg

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    Waldfriedhof Wohldorf7Ohlstedt, Grablage XIII. Bereits im Alter von sechs Jahren trat Hedi Höpfner mit ihrer damals vierjährigen Schwester Margot (ihr Grabstein steht im Garten der Frauen) als Tänzerinnen auf. Ihren ersten Auftritt hatten sie in dem Stummfilm Kindertränen. „Die beiden hatten eine Tanzausbildung an der Städtischen Oper Berlin erhalten. Neben der Opernschule erhielten Hedi und Margot Schauspielunterricht bei Carl Winter und Robert Müller (…), Gesangsunterricht bei Fredl Strauß und die pädagogische Ausbildung bei Niedecken-Gebhardt. Sie besuchten die Tanzschulen von Victor Gsovsky (Ballett), Trümpy-Skoronel (modern), Morrow (Flamenco) und Raden Mas-Jodjana (indische Tanzlehre). 1928 erhielten die Geschwister Höpfner einen Nachwuchspreis für ihre Auftritte im Kabarett der Komiker.“ Hedi Höpfner, die in erster Linie als Theaterschauspielerin auftrat, wirkte in den 1930er und 1940er Jahren auch „in mehreren Ufa-Produktionen mit, vornehmlich in Tanzrollen, darunter auch in dem Hans-Albers-Film Münchhausen. Jedoch fielen unter anderem die Szenen mit ihr nach der Premiere der Zensur zum Opfer. Auf Hans Albers' Wunsch entstand einer der ersten Farbfilme des Deutschen Reiches mit dem Titel Der Bunte Reigen (…). Es handelte sich um einen knapp zehnminütigen Vorfilm aus drei Tanzszenen, in dem der Kaiserwalzer das Prunkstück bildete. Die jungen Schwestern mussten entgegen ihren Vorstellungen ein regimetreues Repertoire umsetzen. Eine weitere Tatsache war, dass beide an zweiter Stelle nach Leni Riefenstahl zu den Künstlern gehörten, die auf der Liste des Reichspropagandaministeriums aufgeführt waren. (…). Die Auflistung bedeutete, dass die Schwestern pausenlos beschäftigt werden mussten. Das nunmehr eher leicht unterhaltsame Programm, das nicht die gesamte Palette ihres Könnens unter Beweis stellen konnte, führte dazu, dass einer ihrer besten Freunde, der Kabarettist Werner Finck, ihnen den Titel ‚Reichshupfdohlen‘ gab. Dieses Image wurden sie hiernach nie los.“ [1] Ab 1939 gaben die Schwestern Höpfner eigene Tanzabende. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als in Berlin vieles zerbombt war, zogen die Schwestern zu ihren Eltern nach Süddeutschland. „Nachdem sie 1947 wieder ihre Lizenz erhielten, tourten sie mit Tanzabenden durch ganz Europa und gastierten als Schauspielerinnen auf mehreren Bühnen. Hamburg wurde ihre Wahlheimat. (…).“ 1) Ende der 1950er-Jahre beendeten die Schwestern ihre Zusammenarbeit. Hedi Höpfner eröffnete in Hamburg die Schauspielschule „Bühnenstudio Hedi Höpfner“. Dazu heißt es auf der Website der Schule: „Das Bühnenstudio der Darstellenden Künste, an dem unter der Leitung von Hedi Höpfner Tanz und Schauspiel unterrichtet wurde, war in der Hansastraße, Nähe Rotherbaum, geboren. In Höpfners über 30-jährigen Tätigkeit wurde das Bühnenstudio der Darstellenden Künste zu einer der renommiertesten Schauspielschulen Deutschlands, aus der erfolgreiche Schauspieler*innen wie z.B. Klaus J. Behrendt, Thomas Fritsch und Christoph M. Ohrt entsprangen.“ 2) Nach dem Tod von Hedi Höpfner übernahm Doris Kirchner die Schule. 1] Wikipedia: Margot Höpfner, unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Margot_Höpfner (abgerufen: 5.12.2022) 2) https://schauspielschule-buehnenstudio.de/schauspielausbildung/schauspielschule/

    Karin Witte

    Malerin

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    02.02.1939
    -
    18.08.2025
    Hamburg

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    Bestattet auf dem Waldfriedhof Wohldorf-Ohlstedt, Grablage VI 85.

    Eltern: Tomma Witte, geb. Ande, medizinische Angestellte,Hermann Witte, Maler und Gebrauchsgrafiker

    Karin Elsa Emma Witte wuchs gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Thomas in Hamburg-Volksdorf auf. Ihr Vater, Hermann Witte, war Maler und schon früh malte und zeichnete auch Karin beeindruckende Bilder.

    In den 50ziger Jahren erwarb und bebaute die Familie das Grundstück in der Diestelstraße 7 in Hamburg-Ohlstedt.

    Karin Witte wollte Malerin werden wie ihr Vater. Aber nach dem Krieg hatte kaum jemand Geld für Kunst, so dass sich Hermann Witte als Kunstmaler für Werbung verdingte und seiner Tochter verbot, Malerin zu werden. „Damit verdient man kein Geld“ gab er seine Erfahrung weiter.

    Karin Witte absolvierte deshalb zunächst eine Ausbildung im Damenschneiderhandwerk. Über den Textilentwurf fand sie schließlich ihren Weg an die Hochschule für bildende Künste Hamburg. Dort studierte sie Stoffentwurf, Malerei, Zeichnung und Radiertechnik bei Willem Grimm und Paul Wunderlich; das Aktzeichnen bei Gustav Seitz wurde für ihre künstlerische Entwicklung besonders prägend.

    Karin Witte entschied sich früh für die Zeichnung als Fundament des Sehens. Daraus entwickelte sie ihre Malerei und – als Fortsetzung der Linie – die Druckgrafik.

    Als sie 20 Jahre alt war, nahm sich ihr Bruder das Leben. Das war fürchterlich für Karin Witte und blieb es bis zu ihrem Tod.

    Mehrere Jahre lebte und arbeitete Karin Witte im südfranzösischen Miramas. Dort zeichnete und malte sie, was sie umgab: Menschen in Cafés, Straßenszenen, Landschaften und Situationen des alltäglichen Lebens.

    Die unmittelbare Beobachtung blieb auch nach ihrer Rückkehr nach Hamburg ein wesentlicher Ausgangspunkt ihres künstlerischen Schaffens. Hier entwickelte sie eine kontinuierliche Ausstellungstätigkeit. Zugleich lehrte sie von 1978 bis 1987 an der Fachhochschule Hamburg und gründete 1981 ihre Malschule, zunächst in der Marktstraße 138. Später setzte sie ihre Lehrtätigkeit in ihrem Atelier in der Diestelstraße 7 fort. Der Atelieranbau wurde von dem Hamburger Architekten Volkwin Marg nach den ihren Vorstellungen entworfen. Über viele Jahre wurde die Malschule zu einem wichtigen Ort künstlerischer Ausbildung und des Austauschs.

    Karin Witte wurde eine weithin anerkannte Malerin. Für ihr künstlerisches Schaffen erhielt sie 1974 den Edwin-Scharff-Preis, 1982 die Berufung in die Freie Akademie der Künste und 2008 die Aufnahme in den Deutschen Künstlerbund.

    Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion. Figuren, Puppen und Masken gehören zu den wiederkehrenden Motiven ihres Werks, ebenso wie Radierungen von großer zeichnerischer Präzision.

    Arbeiten von ihr wurden in zahllosen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und befinden sich unter anderem in der Hamburger Kunsthalle, im Kupferstich-Kabinett Dresden, in den schleswig-holsteinischen Landesmuseen Schloss Gottorf, im St. Annen-Museum Lübeck sowie in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen.

    Karin Witte malte in Freiheit, gestaltete, sah, was andere nicht sehen konnten. Sie gestaltete die Wirklichkeit, ohne sie preiszugeben.

    In all dem war sie auch eitel, als „Malschwein“ - wie sie sich selbst bezeichnete - trug sie mit Farbe bekleckerte Kleidung aber außerhalb davon war sie ausgesprochen schick gekleidet und hatte natürlich auch viel Selbstgeschneidertes.

    Karin Witte malte an ganz unterschiedlichen Orten. Sie setzte sich an den Straßenrand und malte. Daneben stellte sie ein Schild auf „Bitte nicht fotografieren, das stört beim Malen“. Sie saß im Hühnerstall, am Rand der Bühne des Hansatheaters oder auf dem Hamburger Dom und hat gemalt.

    Wie sie arbeitete, hat Karin Witte selbst beschrieben:

    „Das Unerwartete hatte mich aufs Ganze herausgefordert, überrumpelt und schließlich besiegt. Es war einfach da - das, von dem ich nichts weiß. Namenlos, nicht ver- oder bekleidet, vollkommen neu. Könnte ich es mir doch herbeiwünschen! – Aber es geschieht nur aus sich selbst."

    Auch die Musik und der Tanz waren wichtige Ausdrucksmittel für sie. Sie spielte Gitarre und konnte selbstvergessen Flamenco tanzen. Ganz im Hier und Jetzt, in den Augenblick versunken. Zu ihrem 80. Geburtstag widmete ihr das Kloster Cismar 2019 die große Ausstellung Manchmal wie tanzen.

    Ihr Wunsch war es, im Grab ihrer Eltern und ihres Bruders beigesetzt zu werden. Auf ihrem Grabstein wird heute an sie alle gedacht.

    Von Karin Witte bleiben unzählige Werke, Bilder und Glasarbeiten. Sie hat immer gesagt, das seien ihre Kinder.

    Den Kernbestand ihrer Werke schenkte Karin Witte bereits zu Lebzeiten dem Forum für Künstlernachlässe e.V. in Hamburg, so dass ihre Bilder auch weiterhin zu sehen sein werden.

    Die Stiftung Forum für Künstlernachlässe wird das Grundstück und alle weiteren Werke dieser wundervollen Malerin übernehmen und das Atelier weiterführen. Dort werden nach Karin Wittes letztem Willen junge begabte Künstler*innen arbeiten können.

    Tomke Ande, Hamburg im Juli 2026

    Weiterführende Webseiten:

    Karin Witte - Künstlerin aus Hamburg (1939-2025)    www.karinwitte.de

    Karin Witte – Wikipedia    https://de.wikipedia.org/wiki/Karin_Witte

    Homepage - Forum für Künstlernachlässe - Hamburg   www.kuenstlernachlaesse.de

verstorbene Vereinsmitglieder

    Margot Baiter

    Speditionskauffrau und Künstlerin

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    15.3.1938
    -
    30.7.2026

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    Als jüngste von drei Schwestern, erblickte meine Mutter das Licht der Welt am 15.03.1938 in Hamburg. Mutter Anni und Vater Georg waren stets gesellig und ihrer Zeit voraus. Die engste Bindung hatte meine Mutter zu ihrer nur ein Jahr älteren Schwester Ulli, die mit ihren nunmehr 89 Jahren immer noch sehr fit ist. Die ältere Schwester Helga hatte mehr die Rolle der „Aufpasserin“. Sie war während des Krieges die rechte Hand von Mutter Anni. Leider ist Helga bereits unerwartet mit 76 Jahren verstorben. Meine Mutter sprudelte stets über vor Kreativität. Schon als junge Frau erfreute sie sich der Schauspielkunst in einer „bunten“ Laienspieltruppe. Beruflich besuchte sie die Höhere Handelsschule und lernte Speditionskauffrau. Allerdings zog sie im Alter von ca. 24 die Abenteuerlust und das Fernweh fort nach Mexiko, wo sie als eine Art Au-pair in einer Familie aushalf. Dort hatte sie dann ein „tête à tête“ mit Gerhard. Aus dieser Liaison ging ich (Tochter) hervor. Gerhard und meine Mutter heirateten in Mexiko. Da die medizinische Versorgung im Ausland zu der Zeit noch sehr schlecht war, kehrte meine Mutter mit mir im Bauch zurück nach Deutschland. Vater Gerhard blieb zurück in Mexiko. Nach einem Jahr kam er einmal zu Besuch. Er hat immer monetär für sein Kind (mich) gesorgt, aber die Eltern ließen sich scheiden. Fortan wurde Töchterlein Kathrin (ich) von Oma Anni und Mutter Margot „verhätschelt“. Meine Mutter arbeitete dann bis zu ihrer Rente bei der Firma ‚Finnpap‘ als Speditionskauffrau. In ihrer Freizeit begann sie die Aquarellmalerei und erschuf über die Jahre hinweg viele schöne Kunstwerke. Zudem ließ ihr Faible für den „Spanischen Flair“ nie nach. Sie lernte die Sprache perfekt und trank gern mal ein oder auch mehrere Gläser Vino, mit leckeren Tapas dazu. 1986 verstarb der Lebenspartner meiner Mutter durch einen Unfall. Daraufhin verließ sie ihren damaligen Wohnsitz in Norderstedt und kaufte sich eine Wohnung in Alsterdorf. Mit Ende 70 wurde ihr alles zu viel und sie verkaufte ihr Domizil, um eine Zeit lang in dem doch recht kostspieligen „New-Living-Home“ zu residieren. Dort ging sie fast jeden Tag schwimmen und schwitzte ab und zu in der Sauna. Ihren Geist hielt meine Mutter fortlaufend fit durch: Spanisch-Kurse, DoKo- und Skat-Runden, Theaterbesuche, Schreibwerkstatt u.v.m. Sie war stets umtriebig und gern unter Menschen. Das Alleinsein machte ihr große Angst. Im hohen Alter von 84 Jahren, suchte sie sich eine Wohnung in Eppendorf und kehrte somit in die Heimat ihres jungen Erwachsenseins zurück. Sie ging nun in dem Park spazieren, in dem ich (ihre Tochter) laufen gelernt hatte. Hier verbrachte sie – bis auf das letzte halbe Jahr – noch schöne Zeiten mit vielen Aktivitäten. Auf unseren kleinen Familientreffen wurde traditionell immer eine Runde Skat „gekloppt“! Wie werden wir das vermissen!! Am 30.07.2026 ist meine Mutter in meinem Beisein im KH-Eppendorf friedlich für immer eingeschlafen. Möge ihre Seele in Frieden ruhen. Du fehlst!

    Waltraud Glombig

    geb. Kemmelmeier

    94 Jahre, Stenotypistin

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    13.5.1931

    23.3.2026

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    Dr. theol. Evelin Albrecht

    Auszug aus der Ansprache im Abschiedsgottesdienst von Waltraud Glombig am 13.April 2026 Ohlsdorf

    Der Friede des Herrn sei mit uns Allen! Amen

    Wir sind hier zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von

    Waltraud Glombig, unserer Freundin, Verwandten und Bekannten.

    Wir haben sie jetzt alle vor Augen: Ein Bild aus dem letzten Sommer. Das Lächeln, mit dem sie bis fast zuletzt ihr Gegenüber beschenkte, auch wenn sie nicht mehr viel sprach, – das hinreißende Lächeln war Sprache genug und erfreute immer wieder. Und dazu die großen, ausdrucksvollen Augen, die einen freundlich, fröhlich anblickten. Verschmitzt! Und das war nicht erst im Alter so. Das war typisch für sie ihr Leben lang. „Das Fräulein mit den lachenden Augen“ hat einmal die Mutter eines ihrer Nachhilfeschüler gesagt, dem sie als 18-Jährige, als sie selbst noch zur Handelsschule ging, schon Unterricht gab: „Da kommt das Fräulein mit den lachenden Augen!“ Diesen Satz hat Waltraud selbst oft gerne wiederholt. Sie fühlte sich darin verstanden. Und sie war humorvoll und konnte schon mit ihrem Gesichtsausdruck, aber auch mit dem Erzählen von Anekdoten aus ihrem Leben andere zum Lachen bringen. In allem erwies sie sich als eine intelligente, lebenskluge Frau, die zwar kriegsbedingt eine unregelmäßige Schulzeit hatte, die aber Zeit ihres Lebens immer wissbegierig, vielseitig interessiert und aufgeschlossen war für alles Neue, für Kunst (besonders Frida Kahlo hatte es ihr angetan) und Geschichte, fremde Kulturen und Umwelt, gesellschaftliche und soziale Probleme und vieles andere, was sie mit wachem Verstand aufnahm und verarbeitete. Vor allem war sie politisch engagiert und vertrat ihren Standpunkt klar und selbstbewusst –  war aber auch tolerant im Gespräch mit anderen.

    Mit 19 Jahren heiratete sie. Aus dieser Ehe stammte eine Tochter.  Ihren Mann hatte sie bei der gemeinsamen Arbeit im Reichsbund kennengelernt. Eugen Glombig war ähnlich wie sie sehr ehrgeizig und strebte eine Karriere als Politiker an. So wurde er mit der Zeit Mitglied der Bürgerschaft in Hamburg und dann in mehreren Wahlperioden Mitglied des Bundestages in Bonn. Da er selbst durch Kinderlähmung als Kleinkind behindert war, setzte er sich besonders für Behinderte, soziale Fragen und alle damit zusammenhängenden Probleme ein. Allerdings konnte er seine Konzentration auf seine politische Karriere nur wahrnehmen, weil er in Waltraud eine Frau an der Seite hatte, die ihm die praktischen und organisatorischen Dinge des Alltags, das Pendeln zwischen den Wohnungen in Bonn und Hamburg, die Vorbereitung und Begleitung bei den Reisen zu Kongressen und internationalen Begegnungen abnahm. Das hatte für Waltraud zwei Seiten: Einerseits kam sie dadurch viel in der Welt herum, war in Japan und China, in den USA und in Kanada, in Skandinavien und anderen europäischen Ländern – andererseits hatte sie viel Arbeit und kostete es sie große Kraft, die Vorbereitungen und Organisation zu bewältigen und dann jeweils  vor Ort wenig von Land und Leuten mitzubekommen, weil sie bei den Konferenzen immer an der Seite ihres behinderten Mannes sitzen musste und der ein eng vorbereitetes Programm zu absolvieren hatte. So gibt es viele Bilder von ihren Reisen – die aber immer nur Waltraud (oft als einzige Frau) in großen Männerrunden zeigen; Bilder, die aber auch zeigen, dass sie aufmerksam und wach die Gespräche verfolgte. (Dieses Gefühl, in anderen Ländern gewesen zu sein und sie doch nicht gesehen zu haben, hat sie später nach der Trennung von ihrem Mann durch selbständige Reisen, oft Bildungsreisen, zusammen mit jeweils einer ihrer Freundinnen überwunden).

    Die Gespräche und Begegnungen im politischen Bereich bedeuteten ihr viel. Hier fand sie auch  viel Anerkennung. Bei den Empfängen im Hamburger Rathaus oder den Galadiners in Bonn war sie eine beliebte und angesehene Gesprächspartnerin. So begegnete sie bedeutenden Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland. Als kleine Anekdote erzählte sie gern, dass sie sogar dem Schah von Persien bei dessen Deutschlandbesuch vorgestellt wurde, obwohl sie kein Wort französisch sprechen konnte. Auch von ihren Begegnungen mit Willy Brandt und ihrem freundschaftlichen Verhältnis zu Helmut Schmidt war oft die Rede. 65 Jahre lang war sie Mitglied der SPD. Und sie war sehr stolz auf die Anerkennung, als sie zum 60-jährigen Jubiläum dafür mit einer Urkunde „Für 60 Jahre treue Mitarbeit bei der Verwirklichung unserer gesellschaftlichen Ziele“ und einer Ehrennadel ausgezeichnet wurde.

    Waltraud Glombig war durch und durch eine Hamburgerin. Sie liebte diese Stadt. Sie war hier zu Hause. So ist es nur konsequent und für sie das Richtige, dass sie im „Garten der Frauen“ ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Der Markt in Ottensen, der Hamburger Fischmarkt, die Musikerstr. bei der Laeiszt-Halle, ein Künstler-Haus in St .Georg, die Alster – überall zog es sie immer wieder hin. Aber auch die Entwicklung der Hafen-City faszinierte sie und sie genoss es,  verschiedentlich in die „Elphi“ zu gehen. Aber nichts ging für sie über das alte Hamburg und den Michel. Die Zerstörung der Stadt 1943 stand ihr immer wieder vor Augen. Und so war sie begeistert, als sie zum  Begrünen der Stadt beitragen konnte, indem sie bei der Aktion „Mein Baum – meine Stadt“  im Jahre 2011 für einen Baum spendete. Dieser, eine Stiel-Eiche, wurde auf ihren Wunsch im Stadtteil Hamm gepflanzt, in dem Stadtteil, in dem sie ihre Kindheit verbracht hatte. Eine recht glückliche Kindheit zusammen mit ihrem vier Jahre älteren Bruder Ludwig, der zu ihrem großen, lebenslangen Kummer im Alter von 18 Jahren starb. An ihn sowie an die kleine dreijährige Cousine, die 1943 im Feuersturm in Hamm ums Leben kam, erinnerte sie immer wieder, wenn wir „ihren“ Baum besuchten und seine Entwicklung sahen. Ein Zeichen ihrer Treue.

    Und treu war sie – gegenüber der Familie, die heute durch ihre Nichte mit deren Sohn und Tochter vertreten ist. Treu war sie auch gegenüber ihren Freundinnen und deren Familien. Diese Freundinnen sind alle vor ihr heimgerufen worden. Wenn man 94, fast 95 Jahre alt wird, ist der Kreis, mit dem man Erinnerungen austauschen kann, doch recht klein geworden. Umso eindrucksvoller ist es, dass heute die erwachsenen Kinder ihrer früheren Freundinnen unter uns sind und ihre Mütter sozusagen vertreten. Ein Zeichen dafür, dass sie auch zu ihnen nicht umsonst von sich aus den Kontakt gehalten und ihre Lebenswege immer im Auge behalten hat. Sie war und blieb ihnen treu – wie sie auch dankbar war für alle Treue, die ihr entgegengebracht wurde von nah und fern! Und auch neue Freunde sind im letzten Jahr noch dazu gekommen, die ihr hilfreich zur Seite standen.

    Die Erinnerungen an den 2. Weltkrieg verband sie eben mit dem Jahr 1943 und ihrer Ausbombung in Hamm; aber auch mit den 2 Jahren (1940-1942), in denen sie durch die Kinderlandverschickung nach Bayern, in die traditionsreiche Stadt Bayreuth gekommen war – eine Stadt, die ihr durch ihre Kultur und Geschichte bis in die letzten Jahre viel bedeutet hat. Die nächste Zäsur im Krieg gab es durch die Evakuierung 1943-1945, die sie nach der Ausbombung zusammen mit ihrer Mutter nach Wulfersdorf/später: Berlinchen, im Brandenburgischen führte. Das waren wichtige Jahre für sie. Zu den dortigen Bekannten fuhr sie auch zu DDR-Zeiten trotz schwieriger Bedingungen und unterhielt zu den Familien dort auch nach der Wende freundschaftliche Beziehungen. Auch dies ein Zeichen ihrer Beständigkeit und Treue.

    All solche Beziehungen – ob zu den Kindern einer Schulfreundin aus Wulfersdorf, die auch wieder zurück nach Hamburg kam, ob zu den Töchtern  ihrer Hamburger Freundinnen oder ob zum ehemaligen Nachbarsjungen aus dem Mecklenburgischen Güster, wo die Familie einige Jahre ein Wochenendhaus hatte,   – waren für sie wertvolle Erinnerungen bis zuletzt.

    Daneben aber blieben auch Erinnerungen an schweres Erleben immer präsent. Vor allem ein traumatisierender schwerer Verkehrsunfall auf dem Schulweg 1946 bescherte ihr viele Operationen und Schmerzen. Und kam ihr lebenslang bei jedem neuen Schmerzherd als Ursache wieder hoch. Aber das änderte nichts daran, dass sie ein lebensfroher Mensch bis ins hohe Alter blieb.

    So dürfen wir dankbar festhalten, dass Waltraud Glombig in allem Schweren und Schönen, das ihr Leben ausmachte, doch immer ein fröhlicher und lebensbejahender Mensch blieb. Sie verstand es, den Augenblick anzunehmen und den bleibenden Wert darin zu erkennen. Darum bleibt sie in der Erinnerung als ein freundlicher und liebenswerter Mensch – der mit seinem Lächeln bezaubern konnte!

    Als Überschrift über die Anzeige hatte sie sich ausdrücklich gewünscht:

    „Gott spricht: Fürchte nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.“(Jesaja 43,1) Dieses Wort – zusammen mit dem Wort aus der Lesung „nichts, aber auch gar nichts, kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn“ – hat das vielfältige, reichhaltige Leben von Waltraud Glombig bestimmt.  So möge sie nun heimgekommen sein und das bleibende Geborgensein in der Liebe Gottes erfahren.

    Elise Käthe Mariechen Russow

    geb. Witte

    Kinderpflegerin | Alter: 96 Jahre

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    28.12.1929

    23.06.2026

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    Elise Käthe Mariechen Russow, geborene Witte Dezember 1929 – 23. Juni 2026 war eine waschechte Hamburger Deern. Aufgewachsen in Hamburg Eimsbüttel – lebte sie später ihr Familienleben mit Ehemann Hans-Werner, Tochter Simone und Sohn Stefan in Winterhude. Sie schätzte die vielfältigen kulturellen Angebote ihrer Stadt Hamburg und nutzte diese gern und regelmäßig. Opern, Theaterstücke, Konzerte und Ausstellungen genoss sie in besonderem Maße. Da Elise das „Hamburger Platt" liebte und gerne schnackte, war das Ohnsorg-Theater immer ein Höhepunkt für sie. Mit ihrem Mann Hans-Werner waren Elise viele wunderbare Reisen vergönnt. Das Ehepaar hat viel von der Welt gesehen: USA, Italien, Spanien, Norwegen und selbst mit der legendären „Sea Cloud" segelte das Ehepaar durch die Karibik. Die besondere Liebe der Eheleute galt aber immer wieder der Insel Sylt. Urlaube an der Nordsee zu jeder Jahreszeit – gerne hatten sie auch ihre Enkelkinder dabei. Elise genoss ihr langes und gesundes Leben und wurde gesegnete 96 Jahre alt. Die letzten beiden Jahre ihres Lebens verbrachte sie in der Nähe ihres Sohnes in Dithmarschen.

    Gudrun Schaefer

    Professorin für Rhythmik an der Musikhochschule Hamburg, Dozentin am Studiengang Frauenstudien der Universität Hamburg

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    21.3.1942
    Lüneburg

    22.4.2026
    Hamburg

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    Geboren an 21.3.1942 in Lüneburg, erinnerte sie sich noch an Bombenalarme und die Übergabe der Wohnung an die Englische Besatzung. Der Vater übernahm als Chirurg 1945 die Leitung des Krankenhauses in Salzhausen, wo die Familie mit fünf Kindern zehn Jahre lang im Krankenhaus wohnte. Danach lebte die Familie in einem Haus am Dorfrand. Gudrun, die zweite in der Geschwisterreihe, war die „Spielmacherin“: sie musizierte mit Klavier und Flöte, leitete Zusammenspiel und chorisches Singen an, inszenierte kleine Theater-, Sing- und Tanzspiele bei Familienfesten, leitete das Mädchenturnen im dörflichen Turnverein.

    Nach dem Abitur an der Wilhelm-Raabe-Schule in Lüneburg studierte Gudrun Fischer bis 1964 Rhythmisch-Musikalische Erziehung an der Musikhochschule Hannover mit dem Abschluss Staatlich geprüfter Musiklehrer Hauptfach Rhythmik. Ein Aufbaustudium „Schauspielangewandte Rhythmik“ folgte 1965 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Eine Ehe mit dem Architekten Jürgen Schaefer 1968 wurde nach vier Jahren wieder geschieden. Als Dozentin für Rhythmik, Bewegungslehre und Tanz/Musical übernahm sie Lehraufträge an Musikhochschulen in Heidelberg, Mannheim, Stuttgart, Wuppertal, Bochum, Essen, Detmold und Hamburg. Das Studium Erziehungswissenschaften an den Universitäten Düsseldorf und Wuppertal schloss sie 1982 mit dem Diplom ab. Ihre Diplomarbeit zum Thema „Rhythmik als interaktionspädagogisches Konzept“ wurde 1992 im Waldkauz-Verlag Remscheid veröffentlicht. Ihr Verständnis von Rhythmik ging weit über Bewegungs- und Körperschulung hinaus.  Als interaktionspädagogisches Konzept verstand sie Rhythmik komplexes Zusammenspiel von musikalischen, körperlichen, räumlichen und sozialen Prozessen der Bildung. 1970-1982 leitete sie den Diplomstudiengang Rhythmik an der Hochschule für Musik und Theater Köln/Institut Wuppertal. Die Professur für Rhythmik einschließlich des Studienschwerpunkts Rhythmik im Studiengang Diplommusiklehrer hatte sie 1982-2005 an Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Gudrun Schaefer wirkte mit Bewegungs- und Präsentationstechniken im „Kontaktstudiengang Popularmusik“ mit. Sie richtete den 1. Bundeswettbewerb Rhythmik „Musik und Bewegung“ 1990 und den 1. Ernst-Baader-Wettbewerb für Lied und deutschsprachige Chansons 1992 an der Musikhochschule Hamburg aus.

    Hochschulpolitisches Engagement Seit den 1980er Jahren engagierte sie sich hochschulpolitisch im Fachbereichsrat Musikpädagogik als Sprecherin und stellvertretende Frauenbeauftragte, im Hochschulrat und im Hochschulsenat, wirkte als Frauenbeauftragte der Hochschule und als stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte. Von 1989 bis 2005 arbeitete sie in der hochschulübergreifenden Gemeinsamen Konferenz für Frauenstudien und Frauenforschung Hamburgs mit. Von 1998 bis 2000 war sie Vizepräsidentin der Hochschule für Musik und Theater, als erste Frau in diesem Amt. „Sie war eine jener Personen, die nicht nur Positionen innehatten, sondern Räume öffneten: Räume für Diskussionen, für Widerspruch, für Forschung, für künstlerische Beiträge von Frauen, für eine Hochschule, die sich ihrer blinden Flecken bewusst wurde. Bei aller Strenge in der Sache darf nicht vergessen werden, dass Gudrun Schaefer im persönlichen Umgang ein sehr humorvoller Mensch war, der herzhaft lachen konnte und immer für einen Spaß zu haben war.“  So erinnert sich die Hochschule für Musik und Theater Hamburg in einem Nachruf.

    Brigitte Scheibel

    Diplom-Psychologin | Alter: 89 Jahre.

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    16.11.1936

    30.06.2026

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    Brigitte Scheibel wurde in Oberhausen geboren. Ihre frühe Kindheit war geprägt von den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs: 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder evakuiert. Nach Kriegsende führte der Weg die Familie über Tschechien zurück Richtung Ruhrgebiet, wo sie zunächst in einem britischen Lager ankam.

    In Oberhausen besuchte Brigitte die Grundschule, anschließend setzte sie ihre Schulzeit in Duisburg fort und schloss dort mit dem Abitur ab. Es folgte eine Ausbildung zur Sekretärin, in der sie mehrere Jahre beruflich tätig war. Doch ihr Interesse an Menschen und psychologischen Zusammenhängen führte sie schließlich zu einem neuen Lebensweg: Sie studierte Psychologie, zunächst in Berlin, später in Hamburg.

    Schon in ihrem Studium engagierte sich Brigitte im Rahmen der Hamburgischen Gesellschaft für soziale Psychiatrie (Gemeindepsychiatrisches Zentrum Eimsbüttel) und arbeitete nach ihrem Diplom zunächst einige Jahre in der Beratungsstelle Norderstedt, ehe sie sich dann für sehr viele Jahre als Psychotherapeutin niederließ. Hierfür war sie breit psychotherapeutisch ausgebildet (Gesprächs- und Familientherapie, Katathymes Bilderleben). Jährliche Fortbildungen in Lindau waren ihr immer eine große Freude.

    Privat war sie über sehr viele Jahre im Grindelhof, ihrer „kleinen Reihe“ beheimatet.  Ihr Temperament und ihre Lebensfreude finden gut Ausdruck in dem Gedicht einer Freundin:

    "Samstag im Grindelhof"

    Im Grindelviertel ist es fein,

    da geht Frau aus, da kauft Frau ein,

    da kennt man sich und grüßt sich heiter, so geht es dann bis Mittag weiter.

    Ist Frau erschöpft, dann kehrt sie ein,

    ein Cappuccino soll es sein.

    Kulturnotizen Hamburg satt liest sie dann gern‘ im Abendblatt.

    Am Abend dann ein festlich‘ Bild, der Mond strahlt hell, die Luft ist mild,

    Frau schreitet froh und munter aus, jetzt lockt sie das Theaterhaus.

    Begleitet von der Nachbarin gibt sie sich ganz der Muse hin.

    Ein netter Plausch, ein kleiner Wein -

    so könnte jeder Abend sein, und friedlich unterm Sternenhimmel

    verlässt sie spät das Stadtgebimmel.

    Geht in die kleine Reiha - zur Heiha.

    Im Kontrast dazu fiel Brigitte der Verlust ihrer Autonomie in ihren letzten Jahren sehr schwer. Mit ihren seelisch-körperlichen Einschränkungen war sie dann gut aufgehoben in der Pflegestation der Heerlein- und Zindler-Stiftung.

    Brigitte war eine weltoffene Frau, die viel gereist ist und große Freude daran hatte, andere Kulturen kennenzulernen. Sie war kulturell interessiert, besonders dem Theater verbunden, politisch aufmerksam, lese- und diskussionsfreudig. Ihre kommunikative und großzügige Art prägte viele Begegnungen – sie lud gerne Menschen zu sich ein und schuf Räume für Austausch und Gemeinschaft. Soziales Engagement war ihr wichtig: Sie unterstützte unter anderem das Spendenparlament Hamburg, die Hamburger Kunsthalle und weitere Initiativen, die ihr am Herzen lagen.

    Brigitte Scheibel bleibt in Erinnerung als eine Frau mit weitem Horizont, lebendigem Geist und großem Herzen – eine Persönlichkeit, die ihr Umfeld mit ihrer humorvollen Art bereichert und Spuren hinterlassen hat.

Historische grabsteine

    Margot Höpfner

    verh. Westphal

    Tänzerin, Schauspiellehrerin

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    30.01.1912
    Berlin

    23.08.2000
    Bad Bevensen

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    Bereits im Kleinkindalter – Margot Höpfner war damals vier, ihre Schwester Hedi (15.05.1910 Berlin – 24.08.1988 Hamburg, siehe zu ihr in der Rubrik "Frauen auf anderen Hamburger Friedhöfen, hier Friedhof Wohldorf) sechs Jahre alt – traten die beiden Schwestern als Tänzerinnen auf.  Ihren ersten Auftritt hatten sie in dem Stummfilm Kindertränen. „Die beiden hatten eine Tanzausbildung an der Städtischen Oper Berlin erhalten. Neben der Opernschule erhielten Hedi und Margot Schauspielunterricht bei Carl Winter und Robert Müller (…), Gesangsunterricht bei Fredl Strauß und die pädagogische Ausbildung bei Niedecken-Gebhardt. Sie besuchten die Tanzschulen von Victor Gsovsky (Ballett), Trümpy-Skoronel (modern), Morrow (Flamenco) und Raden Mas-Jodjana (indische Tanzlehre). 1928 erhielten die Geschwister Höpfner einen Nachwuchspreis für ihre Auftritte im Kabarett der Komiker. Margots großer Durchbruch gelang 1932 mit der Rolle der Spanischen Prinzessin in Gustaf Gründgens' Inszenierung des Stücks Banditen von Jacques Offenbach. Obwohl Margot Höpfner hauptsächlich Theater spielte, wirkte sie in den 1930er- und 1940er-Jahren auch in mehreren Ufa-Produktionen mit, vornehmlich in Tanzrollen, darunter auch in dem Hans-Albers-Film Münchhausen. Jedoch fielen unter anderem die Szenen mit ihr nach der Premiere der Zensur zum Opfer. Auf Hans Albers' Wunsch entstand einer der ersten Farbfilme des Deutschen Reiches mit dem Titel Der Bunte Reigen (…). Es handelte sich um einen knapp zehnminütigen Vorfilm aus drei Tanzszenen, in dem der Kaiserwalzer das Prunkstück bildete. Die jungen Schwestern mussten entgegen ihren Vorstellungen ein regimetreues Repertoire umsetzen. Eine weitere Tatsache war, dass beide an zweiter Stelle nach Leni Riefenstahl zu den Künstlern gehörten, die auf der Liste des Reichspropagandaministeriums aufgeführt waren. (…). Die Auflistung bedeutete, dass die Schwestern pausenlos beschäftigt werden mussten. Das nunmehr eher leicht unterhaltsame Programm, das nicht die gesamte Palette ihres Könnens unter Beweis stellen konnte, führte dazu, dass einer ihrer besten Freunde, der Kabarettist Werner Finck, ihnen den Titel ‚Reichshupfdohlen‘ gab. Dieses Image wurden sie hiernach nie los.“ [1] Ab 1939 gaben die Schwestern Höpfner eigene Tanzabende. „Margot Höpfner gelang es in dieser Zeit, ihre Ehe mit einem Münchener Orthopäden, aus der ein Kind (*1944) hervorging, zu verheimlichen. Dies spiegelt sich darin wider, dass sie im Geburtsjahr ihres Sprösslings von Hitler eine Ehrung mit der Anrede ‚Für Fräulein Margot Höpfner‘ erhielt.“[1] Eine NSDAP-Mitgliedschaft ist in der NSDAP-Gau- und Zentralkartei im Bundesarchiv Berlin-Lichtenfelde nicht nachweisbar. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als in Berlin vieles zerbombt war, zogen die Schwestern zu ihren Eltern nach Süddeutschland. „Nachdem sie 1947 wieder ihre Lizenz erhielten, tourten sie mit Tanzabenden durch ganz Europa und gastierten als Schauspielerinnen auf mehreren Bühnen. Hamburg wurde ihre Wahlheimat, in der Margot ihren zweiten Ehemann, den Zahnarzt Dr. Axel Westphal, kennenlernte. Mit der Kollegin Eva Fiebig begann sie Mitte der 1950er-Jahre an den Hamburger Kammerspielen Tanz und Schauspiel zu unterrichten. (…). Ende der 1950er-Jahre beendete Margot Höpfner die Zusammenarbeit mit ihrer Schwester aus privaten Gründen und eröffnete in Hamburg eine Schauspielschule, in der sie u. a. auch die Kunst der Pantomime unterrichtete, nachdem sie bei Marcel Marceau Lektionen erhalten hatte. Als Gründgens die Intendanz des Deutschen Schauspielhauses übernommen hatte, bat er Margot als Co-Regisseurin zu sich. (…). Margot schöpfte mehr und mehr aus ihrer Erfahrung, und ihr Leitsatz ‚Dem Nachwuchs eine Chance‘ wurde für 40 Jahre der wichtigste Inhalt ihres Lebens. Im Jahre 1986 inszenierte sie in Remscheid mit großem Erfolg Peter Shaffers Theaterstück Amadeus, das in drei Spielzeiten aufgenommen wurde. (…).“[1] [2] [1] Wikipedia: Margot Höpfner, unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Margot_Höpfner (abgerufen: 5.12.2022) [2] Die Bildhauerin und Modelleurin Lore Friedrich-Gronau (1905-2002) erhielt von der Firma Rosenthal den Auftrag, Tänzerinnen der Deutschen Staatsoper in Berlin zu formen. So entstand 1938 die 31 cm große Porzellanfigur, die Hedi und Margot Höpfner als Tänzerinnen, die den Kaiserwalzer tanzen, zeigt. Es gibt noch eine zweite Figur, die Hedi und Margot Höpfner im Gleichklang (Accord) zeigt – von Rosenthal ab 1953 in der Größe von 26 cm als Porzellanfigur hergestellt.

    Susanne Kandler

    Referentin für Frauenkultur in der Hamburger Kulturbehörde

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    27.07.1951

    20.10.1999
    Hamburg

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    1983 richtete die Hamburger Kulturbehörde einen Etat für Frauenkultur ein. „Er entstand u. a. durch die Kritik Hamburger Fraueninitiativen an den tradierten Kunstformen und Kulturangeboten der Stadt, in denen Anknüpfungspunkte an die Interessen, Lebenszusammenhänge und gesellschaftliche Situation von Frauen ihrer Meinung nach nicht herzustellen waren. Die Forderung nach Voraussetzungen, die es auch Frauen ermöglichen, eine kulturelle Identität zu entwickeln, wurde nicht nur als politischer Bewusstseinsprozess verstanden. Seine praktische Umsetzung, die Präsenz von Frauen und ihre Autonomie im Kulturleben, stand im Vordergrund und wurde von Fraueninitiativen und Künstlerinnen selbst in die Hand genommen. Grundlage war ein erweiterter Kulturbegriff, in dem spartenübergreifende Projekte, ihre Organisation und öffentliche Präsentation durch Frauen im doppelten Sinne ‚Raum‘ fanden, so dass eigene Ideen, Sichtweisen und Werte ungefiltert in Aktionen, Kunst- und Kulturprojekte einfließen konnten, auf Wunsch auch vor einem ausschließlich weiblichen Publikum. Zunächst wurden einzelne Frauenkulturprojekte unterstützt, die zeitlich begrenzt und später z. T. auch längerfristig gefördert werden konnten“, hieß es in den 1996 vom Referat für Frauenkultur herausgegebenen Materialien zur Frauenkultur in Hamburg. Die Hamburger Kulturbehörde war 1986 mit der Einrichtung einer Stelle für Frauenkultur bundesweite Vorreiterin. Da damals eine – wie es hieß – „Lehrerschwemme“ herrschte, erhielt Susanne Kandler im Rahmen des Programms „Lehrer in die Behörden“ diese Referentinnenstelle. Von 1986 bis zu ihrem Krebstod im Jahre 1999 betreute sie zuerst auf einer befristeten, ab 1990 dann auf einer unbefristeten Stelle Frauenkulturprojekte. Sie förderte von Künstlerinnen initiierte und getragene kulturelle Einrichtungen und Vereine und begleitete sie unterstützend. Zuständig war sie für die Prüfung von Anträgen und die Vergabe von Geldern. Allerdings war der Frauenkulturetat nicht sehr groß, so dass die in Frauenkulturprojekten geleistete Arbeit meist ehrenamtlich war. Susanne Kandler verstand sich als eine Vertretung der kontinuierlich arbeitenden Hamburger Frauenprojekte innerhalb der Kulturbehörde. Sie hat sich maßgeblich für die Erhöhung der Mittel des Frauenkulturetats eingesetzt und für den Förderbereich für einzelne Frauenprojekte: genreübergreifend von Musik bis Medienkunde. Die Mittel wurden durch Gremien vergeben. Susanne Kandlers Tätigkeit zeichnete sich durch eine offene Amtsführung und Transparenz aus. So lud sie einmal im Jahr die Frauenkulturszene – damals gab es ca. 40 Frauenkulturprojekte in Hamburg – zu einem Informationstreffen ein. Als es 1987 einmalig mehr Geld für Frauenkulturprojekte gab, entschied sich Susanne Kandler, kleine Sonderzuschüsse zu vergeben und die Veranstaltungsreihe „Szenaria – autonome Frauenkultur Hamburg“ durchzuführen. Da diese Veranstaltungsreihe wenig kosten sollte, denn auch durch den einmaligen Sonderzuschuss konnte bei Weitem nicht die Arbeit der Kulturfrauen adäquat bezahlt werden, fühlten sich „einige Frauen (…) ausgebeutet“, so Ute Scheub in der taz vom 03.10.1989. Sie zitierte Susanne Kandler: „‚Frauen machen sich selbst zum Subjekt ihrer kulturellen Arbeit‘, so umschrieb Susanne Kandler damals im Vorwort zum ‚Szenaria‘-Katalog eines ihrer zentralen Kriterien für die Geldvergabe. ‚Nicht alle Kultur von Frauen ist für mich Frauenkultur‘, ergänzt sie nun, ‚denn es gibt ja jede Menge Künstlerinnen, die sich ganz anderen Themen widmen. Zu den Förderungsvoraussetzungen gehört, dass eine Frau sich mit der weiblichen Rolle auseinandersetzt und ein vorwiegend weibliches Publikum mit dem Ergebnis konfrontiert. Also Anstöße und Anregungen für die autonome Frauenbewegung liefert.‘ Diese Abgrenzung innerhalb der Kulturbehörde oder auch zwischen den Behörden sei allerdings nicht immer ganz einfach.“ Nach ihrem Tod wurde Susanne Kandlers Aufgabengebiet von einer anderen Referentin mitbetreut. Ab 2003 gab es das Referat Frauenkultur in der gewohnten Form nicht mehr.

    Charlotte Tauterat

    geb. Richter

    Mitglied der GEDOK Hamburg und Vorstandsmitglied des Staatsbürgerinnen-Verbandes Landesverband Hamburg

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    19.03.1908
    Schwerin

    27.01.2000
    Hamburg

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    Charlotte Tauterat arbeitete nach dem Abschluss der Realschule als Chefsekretärin bei der Norddeutschen Versicherung. Sie war über 40 Jahre lang ehrenamtlich aktiv bei der GEDOK Hamburg (Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen), davon über zwanzig Jahre in deren Vorstand. Außerdem war sie für die GEDOK über zwanzig Jahre lang Delegierte im Landesfrauenrat Hamburg. Gleichzeitig war sie ebenso aktiv im Vorstand des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbandes Landesgruppe Hamburg und sie war Mitglied der W.O.M.A.N. (Weltorganisation der Mütter aller Nationen). Die Nicht-Künstlerin setzte sich gleich nach der Wieder-Gründung der GEDOK in den 1950-er Jahren für Künstlerinnen und deren Möglichkeiten für Ausstellungen und Auftritte ein, denn, wie sie einmal formulierte, hatte man nach der Befreiung vom Nationalsozialismus Hunger nach geistiger Nahrung, und als Hausfrau und Mutter einer Tochter hatte sie, wie sie sagte ‚viel Zeit‘. Für den Landesfrauenrat war sie in der Alten Rabenstraße, wo der Landesfrauenrat lange Jahre sein Clubhaus hatte, für Ausstellungen von Künstlerinnen der GEDOK zuständig. So hängte sie alle sechs Wochen Bilder von noch unbekannten Künstlerinnen auf. Charlotte Tauterat war mit einem Architekten verheiratet und hatte eine Tochter (geb. 1939). Quelle: Hamburger Frauenring: Lebensbilder von Frauen in Hamburg nach 1945. Hamburg 1989. (Grüne Reihe 21)

    Anneliese Tuchel

    geb. Meyer-Blake

    Buchhändlerin, bis Mitte 1998 Chefin der Evangelischen Buchhandlung Anneliese Tuchel (vormals „Agentur des Rauhen Hauses“)

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    05.04.1926
    Hamburg

    27.02.2000
    Hamburg

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    Als „Löwin“ ist die „Eiserne Lady des Buchhandels“ in die Annalen des norddeutschen Buchhandels eingegangen. „Bücher waren ihr Leben“ und „Sie war eine Hamburger Institution und eine ziemlich unbequeme dazu“, stand in einem Nachruf der Tageszeitung Die Welt vom 29.2.2000.[1] Verbunden ist der Name Anneliese Tuchel mit der „Agentur des Rauhen Hauses“, später umbenannt in „Buchhandlung am Jungfernstieg Anneliese Tuchel“, nach ihrem Tod fortgeführt bis 2003 als Buchhandlung Tuchel & Kerckhoff in den Alsterarkaden 21. Zusammen mit der Bücherstube Felix Jud, Colonnaden 104, und der früheren Buchhandlung Conrad Kloss, Dammtorstraße 13, steht die Buchhandlung der Agentur des Rauhen Hauses unter der Leitung ihres Vaters Johannes Paul Meyer (?-1950) sowie ihres älteren Bruders Reinhold Meyer (18.07.1920 Hamburg – 12.11.1944 Hamburg) als Symbol entschlossener Gegnerschaft zum NS-Regime. Johannes Paul Meyer, Humanist und Pietist und aus einer bäuerlichen Familie stammend, war 1904 aus Basel nach Hamburg gekommen [2] und übernahm die Leitung der Buchhandlung „Agentur des Rauhen Hauses“. Er erweiterte das Sortiment und formte die einstige Vertriebsstelle der Publikationen des „Rauhen Hauses“ erfolgreich um zur größten evangelischen Buchhandlung Norddeutschlands. Zwischen 1928 und 1998 befand sich die Buchhandlung am Jungfernstieg 50. Einen Schlüssel zur Haltung (des mutigen und konsequenten Widerstands sowohl gesellschaftlich als auch politisch) der Buchhändler-Familie Meyer/Tuchel mag in ihrer weltanschaulichen Prägung zu finden sein. Anneliese Tuchels Vater war Mitglied der Freien Evangelisch-Lutherischen Bekenntnis-Gemeinde St. Anschar. Antrieb des Zusammenschlusses von Christen zu Freikirchen war die Erweckungsbewegung vor dem Hintergrund des Pietismus: „Erweckungsbewegungen gehen davon aus, dass lebendiges Christentum mit der Antwort des Menschen auf den Ruf des Evangeliums zu Umkehr und geistiger Erneuerung beginnt“.[3] Auch Anneliese Tuchels Mutter, Luise Meyer, geb. Barklage, war freikirchlich geprägt: Sie war Tochter eines Methodistenpredigers und Mitglied der Methodistenkirche. Diese Freikirche legt das Hauptgewicht ihrer Theologie nicht auf Meinungen, Lehren und Dogmen, sondern auf Gesinnung und Lebensführung. Reinhold Meyer absolvierte nach dem Abitur ab April 1940 eine Lehre in der väterlichen Buchhandlung, die er Ende März 1942 abschloss. Zum Wintersemester 1942/43 begann er an der Universität Hamburg ein Germanistikstudium. Zugleich trat er als Juniorchef in das Geschäft seines Vaters ein. In der „Agentur des Rauhen Hauses“ wurde auch moderne Kunst ausgestellt; der Kunsthandel machte einen Großteil des Umsatzes aus. Reinhold Meyer verstärkte diesen Geschäftsbereich. Ab 1939 stellte sein Vater sogenannte entartete Kunst aus. „Die Buchhandlung ‚Agentur des Rauhen Hauses‘ war zu einem Refugium geworden für potenzielle und engagierte Gegner der NS-Diktatur.“[4] Walter Meyer, der Bruder von Anneliese und Reinhold Meyer, galt nach der Schlacht um Stalingrad Anfang 1943 als vermisst. Unter dem Eindruck von familiärem Verlust, angesichts der Kriegswende 1942/43 und der Bombenangriffe auf Hamburg 1943 waren die Reihen enger Freunde um Reinhold Meyer zunehmend zum Widerstand bereit. In diesem Zusammenhang spielte der Franzose Maurice Sachs eine verhängnisvolle Rolle. Er hatte sich im November 1942 von Paris aus für einen freiwilligen Einsatz als „Fremdarbeiter“ nach Hamburg verpflichtet – eventuell war er ein bereits angeworbener Gestapo-Spitzel. Er soll eine der Schlüsselfiguren an Verrat und Verhaftung der Mitglieder der „Weißen Rose Hamburg“ gewesen sein: Im Keller des Kunsthändlers Friedrich Huelsmann in den Hohen Bleichen mietete er einen Raum; dorthin lud er zu Diskussionsveranstaltungen über weltanschauliche Fragen ein. Dem Franzosen gelang es, engeren Kontakt zur Gruppe um Reinhold Meyer zu knüpfen. Im August 1943 nahm er an deren Diskussionen in der Buchhandlung „Agentur des Rauhen Hauses“ am Jungfernstieg teil.[5] Das weitere Schicksal berührt eine Gedenktafel an der Hauswand mit der Aufschrift: Treff des Hamburger Zweiges der „Weißen Rose“: In der Buchhandlung dieses Hauses trafen sich während des Zweiten Weltkrieges Gegner des NS-Regimes bei dem Junior-Chef und Studenten Reinhold Meyer. Als Widerstandskreis verbreiteten sie u. a. die Flugblätter der „Weißen Rose“ aus München. Ende 1943 verhaftete die Gestapo etwa 30 Angehörige der Gruppe. Durch unmenschliche Haftbedingungen oder Hinrichtung fanden den Tod: Frederik Geussenhainer, Elisabeth Lange, Dr. Kurt Ledien, Hans Leipelt, Dr. Katharina Leipelt, Reinhold Meyer, Margarethe Mrosek und Margaretha Rothe. Reinhold Meyer wurde am 19. Dezember 1943 verhaftet. Im Juni 1944 wurde er ins KZ Neuengamme verbracht. Erst 24 Jahre alt, erlag er im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel angeblich den Folgen einer Diphtherie-Erkrankung. Vermutlich starb er jedoch infolge brutaler Verhörmethoden. 1944 erwarb Johannes P. Meyer „seine“ Buchhandlung. „Aber der Verlust seiner beiden Söhne brach ihm die Kraft. Nur noch wenig Jahre blieben ihm, um das jüngste und nunmehr einzige seiner drei Kinder – seine Tochter Anneliese – in die Geschäfte der ‚Agentur‘ einzuarbeiten“.[6] Nach dem Tod ihres Vaters übernahm Anneliese Tuchel 1950 den Betrieb. Gleichzeitig hielt sie die Erinnerung an ihren Bruder und das Unrechtsgeschehen der Nazizeit wach. Sie veranstaltete weiterhin Kunstausstellungen. Anneliese Meyer war später verheiratet mit dem evangelischen Theologen Klaus Tuchel (1927-1971), der wegen seiner Homosexualität 1958 aus der Evangelischen Kirche entlassen wurde. Klaus Tuchel verließ Hamburg, arbeitete als Lektor bei einem Verlag und später als Professor für Philosophie in London. Mit 44 Jahren beging er Suizid, dessen Motive offiziell nie geklärt worden sind.[7] „Unmittelbar betroffen vom Schicksal dieses Mannes war vor allem auch seine Ehefrau (...). Das Wegsehen in der Öffentlichkeit von kirchlichen Bekannten, ja das Ausradieren aus dem kirchlichen Gedächtnis ist Anneliese Tuchel als schlimmste Verletzung in Erinnerung geblieben“.[8] Bis zuletzt hatten ihre Freunde, darunter der Kreis der Hamburger Buchhändler, Anneliese Tuchel finanziell unterstützt, weil sie, die polarisierte und für ihren unbeugsamen Willen berühmt und berüchtigt war, zwar „ihre Durchsetzungskraft für ihre Profession eingesetzt hatte, weniger aber für sich selbst“.[9] Mitte 1998 hatte sie sich aus dem Geschäft zurückgezogen. „Sie war auch verletzbar“, sagte der damalige Hauptpastor Helge Adolphsen auf ihrer Trauerfeier im Hamburger Michel am 10. März 2000. Und er fuhr fort: „Es war sehr viel Angst in ihr gewesen, das Geschehene ist nie zu Vergangenheit geworden“. In dem würdigenden Nachruf der Tageszeitung Die Welt hieß es weiter: „Eine Tragik, die vielleicht auch ihr privates Leben überschattet hatte: Ihr Mann, ein Theologe, trennte sich von ihr, mit ihrem Sohn hatte sie seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr. Die Bücher waren ohnehin ihr Leben (...). Neben der Theologie aber lagen ihr Schriftsteller am Herzen, deren Werk religiös geprägt war. So war sie es, die Albrecht Goes[10] nachdrücklich gefördert hatte. Auch Siegfried Lenz und Marcel Reich-Ranicki gehörten zu ihren Freunden. Streitbare im Geist und mit der Feder. Das hatte Anneliese Tuchel gefallen“.[11] Im Alter von 73 Jahren starb sie nach langer Krankheit in einem Hamburger Pflegeheim. Seit 2017 gibt es in Hamburg-Farmsen einen Anneliese-Tuchel-Weg. Text: Dr. Cornelia Göksu Quellen: [1] Nellissen, Monika: Trauer um die Eiserne Lady des Buchhandels. Anneliese Tuchel starb im Alter von 73 Jahren – Die Bücher waren ihr Leben – Streitbar, aber auch verletzlich. In: DIE WELT v. 29.2.2000; online unter welt.de/print-welt/article504807/Trauer-um-die-Eiserne-Lady-des-Buchhandels [2] Müller, Thorsten: Die Weiße Rose von Hamburg. Aus der 125-jährigen Geschichte der Buchhandlung am Jungfernstieg. In: DIE ZEIT Nr. 37/12.9.1969; online unter zeit.de/1969/37/die-weisse-rose-von-hamburg [3] Zitat aus: de.wikipedia.org/wiki/Erweckungsbewegung [4] Müller, Thorsten: Die Weiße Rose von Hamburg, a. a. O. [5] vgl. hierzu ausführlich den Passus „Als Gestapo-Spitzel in Hamburg“ unter „Maurice Sachs, 1906 Paris – 1945 Deutschland“, auf de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Sachs). [6] Müller, Thorsten: Die Weiße Rose von Hamburg, a. a. O. [7] Rosenkranz, Bernhard und Lorenz, Gottfried, Kapitel: „Klaus Tuchel: Kirche und Homosexualität, in Rita Bake: Verschiedene Welten II. 109 historische und aktuelle Stationen in Hamburgs Neustadt, Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg 2010, S. 226-227. [8] Rosenkranz, Bernhard und Lorenz, Gottfried: Hamburg auf anderen Wegen. Die Geschichte des schwulen Lebens in der Hansestadt. 2. Auflage, Hamburg 2006, Kapitel „Kirche und Homosexualität: Der Fall Tuchel, S. 74-75. [9] Nellissen, Monika, a. a. O. [10] Albrecht Goes, protestantischer Theologe, Schriftsteller; engagierte sich u.a. zusammen mit Gustav Heinemann nach dem Zweiten Weltkrieg gegen die Wiederaufrüstung; regelmäßiger Sprecher der ARD-Sendung „Das Wort zum Sonntag“, vgl. hierzu de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Goes [11] Nellissen, Monika, a. a. O.