Der Garten Rote Rose Die Frauen Rote Rose Der Verein
Was ist der Garten der Frauen?
Der gut 1600 qm große Garten der Frauen ist eine vom Verein Garten der Frauen e.V. getragene, im Jahre 2000 gegründete und im Sommer 2001 eröffnete Gedenkstätte, auf der alte Grabsteine bedeutender Frauen aufgestellt werden.
Im Garten der Frauen können Frauen auch bestattet werden.

Aktuell:
TIPPs:
Für Hamburg gibt es eine Frauenbiografiendatenbank www.hamburg.de/frauenbiografien/ Hier können Sie nach Frauennamen, aber auch nach Straßennamen und Stadtteilen oder Bezirken suchen, und Sie finden dann die Namen und Kurzviten bedeutender Frauen, die in Hamburg geboren oder gelebt bzw. gewirkt haben.

Straßennnamen in Hamburg: "Ein Gedächtnis der Stadt" von Rita Bake. Dieses Werk hat 3 Bände und beschäftigt sich mit den nach Frauen und Männern benannten Straßen in Hamburg. Sie erhalten die Bände im Infoladen der Landeszentrale für politische Bildung, Dammtorwall1. MO-Do: 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr, Fr.: 13.30 Uhr bis 16 Uhr.

Szenische Rundgänge durch die Hamburger Innenstadt zu den Frauen in Hamburgs Geschichte mit den Schauspielerinnen Herma Koehn und Beate Kiupel sowie Moderation und Text von Rita Bake könnenm Sie sich anhöhren und teilweise auch als Film ansehen unter Szenische Rundgänge Hamburg.
Wo befindet sich der Garten der Frauen?
Der Garten der Frauen befindet sich im alten Teil des Ohlsdorfer Friedhofs nahe der Cordes-Allee beim Wasserturm an einem lichten, von Rhododendronbüschen umsäumten Ort bei (P 27).

Welche Ziele hat der Garten der Frauen?
Durch den Garten der Frauen sollen Frauen, die Hamburgs Geschichte mitgeprägt haben, in bleibender Erinnerung gehalten werden. Denn im Gegensatz zum Umgang mit bedeutenden männlichen Persönlichkeiten, deren Verdienste gewürdigt werden und deren Andenken bewahrt wird, geraten weibliche Persönlichkeiten schnell in Vergessenheit. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof haben viele bedeutende Frauen ihre letzte Ruhestätte gefunden. Doch ist die Nutzungsdauer für die Grabstätten abgelaufen und niemand kommt für die Verlängerungsgebühren auf, werden diese Grabstätten geräumt. Um die Grabsteine zu retten, lässt der Verein Garten der Frauen sie in den Garten der Frauen verlegen.
Die Kriterien, die der Verein Garten der Frauen für den Begriff "bedeutend" anwendet, sind nicht diejenigen, die heute allgemein für den Begriff "prominent" gebraucht werden.
Im Garten der Frauen stehen historische Grabsteine bzw. Erinnerungssteine von und für Frauen, die sich z. B. politisch engagierten, für Frauenrechte einsetzten, im humanitären Sinne pädagogisch tätig waren, ihr künstlerisches Talent entfalten konnten, durch ihre Energie und Einsatz ihrer persönlichen Fähigkeiten Ungewöhnliches oder auch Schweres leisteten, in sogenannten Männerdomänen beruflich Fuß fassten, sich wohltätig betätigten, Opfer häuslicher patriarchaler Gewalt wurden, während der NS-Zeit im Widerstand kämpften oder Opfer des Nationalsozialismus wurden.
Skulptur Erinnerung
Im mit Rosen beranktem Pavillon steht die Skulptur "Erinnerung", geschaffen von der Bildhauerin Doris Waschk-Balz. Mit dieser Skulptur erinnert der Verein Garten der Frauen an diejenigen Frauen, deren Grabsteine aus unterschiedlichen Gründen nicht in den Garten der Frauen verlegt werden. Im Sockel, auf dem die Skulptur steht, befinden sich zwei Platten, die man herausziehen kann und auf denen die Namen und die Grablagen dieser Frauen aufgelistet sind. Ihre Biografien sind hier auf der Website des Gartens der Frauen, aber auch in der Publikation "Erinnerung" nachzulesen.
Märchenbank
Rechts vom Eingang befindet sich eine "Märchenbank". Auf dieser zweisitzigen Bank, deren Rückenteil eine Ziegelmauer umgibt, können Sie Platz nehmen und in einem dort ausgelegten Buch, Märchen, Erzählungen und Gedichte über Leben und Tod nachlesen.
Für diejenigen Frauen, die einst auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet und deren Grabstellen aber bereits aufgehoben und die Grabsteine entsorgt wurden, hat der Verein Garten der Frauen eine Erinnerungsspirale hergestellt. Sie besteht auf einzelnen Erinnerungssteinen, die zu einer Spirale, dem Symbol des immer wiederkehrenden Lebens, geformt ist. Das Nicht-mehr-Vorhandensein eines Grabsteines darf kein Kriterium sein, diese Frauen der Welt des Vergessens zu überlassen.
Der Garten der Frauen ist auch eine letzte Ruhestätte für Frauen
Im Garten der Frauen können sowohl Sarg- als auch Urnengrabstellen erworben werden. Wer eine Grabstelle erwirbt, wird gleichzeitig Mäzenin für den Erhalt der historischen Grabsteine.
Ein Urnenplatz im Garten der Frauen kann für 1350,- EURO und ein Sarggrabplatz für 2225,- EURO erworben werden. Um einen Grabplatz zu erwerben, müssen Sie Mitglied im Verein Garten der Frauen werden. In den Kosten von 1350,- EURO bzw. 2225,- EURO enthalten sind neben dem Erwerb eines Grabplatzes auch die Bepflanzung, die Grabpflege für die gesetzliche Ruhezeit von 25 Jahren (ab Zeitpunkt des Todes) und die Steinwelle, auf der auf Kosten der Erwerberin der Name und die Geburts- und Sterbedaten eingraviert werden. Wenn Sie Mitglied im Verein Garten der Frauen werden wollen und einen Grabplatz erwerben möchten, dann wenden Sie sich bitte an den Verein Garten der Frauen, Tel: 5604462 (Dr. Rita Bake)

Aktuell (Mai 2016) sind wieder Urnengrabplätze verfügbar.
Patenschaftsgrabmal
Ganz links im vorderen Teil des Gartens der Frauen steht ein Patenschaftsgrabmal mit zwei blauen Glasplatten versehen.
Diese blauen Tafeln haben folgende Bedeutung:
Wenn für eine in einer Gemeinschaftsgrabanlage bestattete Verstorbene die gesetzliche Ruhezeit von 25 Jahren abgelaufen ist, werden ihr Name und ihre Lebens-und Sterbedaten von der Steinwelle genommen, um Platz für den Namen und die Daten der nachfolgenden zu Bestattenden zu schaffen.
Damit kein Name "verloren" geht und die Erinnerung an die im Garten der Frauen bestatteten Frauen auch über die 25 Jahre gesetzliche Ruhezeit hinaus wachgehalten bleibt, werden die von der Steinwelle genommenen Namen und die entsprechenden Lebens- und Sterbedaten auf die blauen Glastafeln am Patenschaftsgrabstein eingraviert.
Infohäuschen - ein viktorianisches Gewächshaus
Im Garten der Frauen steht ein viktorianisches Gewächshaus. Es dient dem Verein Garten der Frauen als Infohäuschen. In unregelmäßigen Abständen sonntags treffen Sie hier Vereinsmitglieder an, die Ihnen Auskunft über den Garten der Frauen geben. Dort können Sie dann auch den Audio-Guide ausleihen, mit dem Sie selbst eine Führung durch den Garten der Frauen unternehmen können. Auch gibt es dort im Häuschen die Bücher über den Garten der Frauen zu erwerben.
Führungen durch den Garten der Frauen
Der Verein Garten der Frauen bietet Führungen durch den Garten der Frauen an. Gruppen vereinbaren hierzu bitte einen Termin mit Dr. Beate Backhaus, mail: dr.beate.backhaus@t-online.de. Für Einzelpersonen gibt es zwischen Mai und September an bestimmten Sonntagen ebenfalls Führungen durch den Garten der Frauen.

Interessierte können auch per Audio Guide selbst einen Rundgang durch den Garten der Frauen unternehmen. Dabei können 37 Stationen angesteuert werden. Der Audio Guide ist ausleihbar gegen Hinterlegung des Personalausweises an den Sonntagen, an denen der Infotisch im Garten der Frauen besetzt ist.
Das Dokumentationszentrum des Gartens der Frauen
Der Verein Garten der Frauen hat ganz in der Nähe des Gartens der Frauen im historischen Wasserrturm an der Cordesallee sein Dokumentationszentrum eingerichtet. Hier zeigt der Verein in unregelmäßigen Abständen wechselnde Ausstellung über eine Frau, deren historischer Grabstein im Garten der Frauen steht bzw. für die ein Erinnerungsstein im Garten der Frauen aufgestellt wurde. Bisher wurden Ausstellungen über die Malerin Gretchen Wohlwill, die Musikerin Edith Weiss-Mann, die Theaterprinzipalin Gerda Gmelin, die Politikerin Emmy Beckmann, den Engel von St. Pauli Bertha Keyser, die Zoologin Dr. h.c. Erna Mohr, die Kaffeehausbesitzerin auf dem Hamburger Dom "Mutter Veldkamp" und die Kammersängerin Helga Pilarczyk, die Kämpferin für die Rechte der Huren, St. Paulis großes Herz Domenica Niehoff, die Besitzerin eines Hamburger Künstlerkellers, Moritatensängerin und Muse Clara Benthien gezeigt.

Broschüre 2017 zum Download.

Plan der historischen Grabsteine zum Download

Plan der Erinnerungsspirale zum Download

Plan der Steinwellen zum Download