Führungen
Führungen 2026
Der Verein Garten der Frauen bietet sowohl für Gruppen als auch für Einzelpersonen Führungen durch den Garten der Frauen an.
Gruppen vereinbaren bitte einen Termin mit:
Sabine Rusch
E-Mail: sabine-rusch@t-online.de
Tel.: 040 / 2793210
Einzelpersonen können ohne Anmeldung an sonntäglichen Führungen durch den Garten der Frauen teilnehmen. Die Termine dieser öffentlichen Führungen finden ab Mai jeden Jahres statt . Im Mai und Juni 2026 finden jeden Sonntag Führungen statt. Sie beginnen um 15 Uhr. Treffpunkt ist der Eingang zum Garten der Frauen.
Hinweis zu privaten Führungen
Der Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof ist eine Privatinitiative und kein öffentlicher Raum im Sinne eines öffentlichen Parks der FHH. Private Führungen von außenstehenden Personen sind im Garten der Frauen zwar möglich, jedoch nur nach vorheriger Absprache mit dem Vorstand des Vereins Garten der Frauen e.V. (siehe unter Kontakt).
Bitte verstehen Sie jedoch, dass unsere eigenen Veranstaltungen und selbstverständlich auch Bestattungen im Garten der Frauen Vorrang vor fremden Führungen haben.
Themenbezogene Sonntagsführungen anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Gartens der Frauen
An 13 Sonntagen werden vom 12. Juli bis einschließlich 25. Oktober 2026 13 themenbezogene Führungen durch den Garten der Frauen angeboten. (Im Mai und Juni 2026 finden an den Sonntagen ab 15 Uhr die regulären Sonntagsführungen durch den Garten der Frauen statt.)
Allen themenbezogenen Führungen gemein ist das Hauptthema, das sich der Garten der Frauen stellt: Warum wird Frauen im öffentlichen Gedächtnis nur wenig Platz eingeräumt?
In Hamburg mangelt es keineswegs an bedeutenden Frauen. Doch was bedeutet „bedeutend“? Wer gilt warum und wann als „bedeutend“ – und für wen? Wer hat die Macht der Definition und der Durchsetzung? Die Kriterien, die hierzu angesetzt werden, müssen immer im Zusammenhang mit den Geschlechterrollenbildern gesehen werden – und vor dem Hintergrund machtpolitischer Konstellationen, individueller Vorlieben und Einflussmöglichkeiten.
Was steckt bloß dahinter, dass beim Thema öffentliches Erinnern an Frauen oft die Löschtaste gedrückt wird? Ein wesentlicher Grund für das Ausblenden der Frauen aus dem öffentlichen Gedächtnis heißt Machtinteresse, denn der Platz im öffentlichen Gedächtnis hängt im Wesentlichen von den „gesellschaftlich legitimierten offiziellen Wahrnehmungs- und Deutungsmustern“1) ab, und diese sind nun mal eng verbunden mit der Legitimation von Machtansprüchen. Bis heute ist unsere Erinnerungskultur durch ein patriarchales Geschlechter- und Gesellschaftmodell geprägt.
Dazu äußert der französische Soziologe Pierre Bourdieu: „Männer wie Frauen“ haben „in Form unbewußter Wahrnehmungs- und Bewertungsschemata die historischen Strukturen der männlichen Ordnung verinnerlicht. Wir laufen Gefahr, daß wir zur Erklärung männlicher Herrschaft auf Denkweisen zurückgreifen, die selbst das Produkt dieser Herrschaft sind.“2)
Der Garten der Frauen versucht dem entgegenzuwirken, indem dort an bedeutende Frauen erinnert wird, wobei der Begriff „bedeutend“ sich eben nicht an dem herrschenden patriarchalen Gesellschaftsbild orientiert!
- Britta Voß: Das „ewig Weibliche“ der Erinnerungen – Gedenkkulturen und Geschlecht, in: Freiburger Geschlechter-Studien 22, 2008, S. 430.
- Pierre Bourdieu: Die männliche Herrschaft. Frankfurt/Main 2005, S. 161f.
Führungen
Sonntag, 12. Juli 2026, 15 Uhr
Der Mythos von den allein reproduktiven Fähigkeiten der Frauen hat sich in der Musikwelt hartnäckig erhalten. So schrieb noch 1961 der damalige Präsident des Salzburger Mozarteums: „Es ist kein Zweifel, die Frau hat Zugang zum Schöpferischen auch in der Musik. Die Schwierigkeiten auf dem musikalischen Gebiet sind allerdings grundsätzlicher Natur. Die Musik schöpft aus dem Unvorstellbaren, dem reinen Idealen, so muss sich ihr Material selbst aufbauen. Diese doppelte schöpferische Tätigkeit erfordert doppelte geistige Arbeit. Das mag der Grund dafür sein, weshalb wir trotz aller schönen schöpferischen Belege seit der Renaissance bis in die Gegenwart in der schöpferischen Musik noch keine Sappho besitzen.“
Im Garten der Frauen erinnern wir an vierzehn Frauen aus dem Musikbereich. Ruth Sanio-Metafides, die die Führung durchführt, wird auf ihrem Rundgang durch den Garten der Frauen besonders auf die Musikerinnen Wilhelmine Marstrand, Edith Weiss-Mann, Erni Kaufmann, Lea Manti und die Sängerinnen Henny Wolff und Helga Pilarczyk eingehen.
Sonntag, 19. Juli 2026, 15 Uhr
Sonntag, 23. August 2026, 15 Uhr
Frauen konnten lange Zeit nicht regelhaft Abitur als Voraussetzung für ein Studium absolvieren. Erst zwischen 1900 und 1909 wurden in den deutschen Staaten erstmals Frauen zum Medizinstudium zugelassen. Hinzu kam, dass Medizinstudentinnen oftmals die Erlaubnis jedes einzelnen Professors für den Besuch seiner Vorlesungen einholen mussten. Häufig bekamen die jungen Frauen abschlägige Antworten.
Im Garten der Frauen erinnern wir an zehn Frauen aus dem Gesundheitsbereich, so an Ärztinnen, Psychologinnen, Psychiaterinnen und Krankenschwestern. Marie-Luise Bornhöft, die die Führung durchführt, wird besonders auf die Ärztinnen Grete Albrecht und Maria W. Gleiss sowie auf die Psychiaterin Thea Schönfelder eingehen.
Sonntag, 26. Juli 2026, 15 Uhr
Mit den Schauspielerinnen Andrea Gerhard und Herma Koehn, Texte und Moderation Dr. Rita Bake
Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg
Der Garten der Frauen erinnert mit historischen Grabsteinen und Erinnerungssteinen auch an Frauen der alten sowie der neuen Hamburger Frauenbewegung. Dabei gibt es im Garten der Frauen so manchen gedanklichen roten Faden, der von einer Frau zu einer anderen führt, weil diese Frauen sich zu Lebzeiten kannten oder weil sie – auch ohne sich gekannt zu haben – von gleicher politischer Überzeugung waren und/oder zeitgleich sich gemeinsam in Frauenverbänden für die Rechte der Frauen einsetzten und sich dort vernetzten. In der szenischen Darbietung kommen diese Frauen mit ihren Forderungen und Aktivitäten zu Wort.
Inhaltlich geht es um zum Beispiel um das Frauenwahlrecht, um Berufsmöglichkeiten für bürgerliche Frauen, Rechtsberatungsmöglichkeiten für Frauen, um die Themen Weltfrieden, Prostitution – ein Beruf wie jeder andere?, um gleiche Rechte für gleiche Liebe, Gewalt gegen Frauen, Verbot der Vergewaltigung in der Ehe etc.
Sonntag, 2. August 2026, 15 Uhr
Das größte Problem, das sich Frauen in den Weg stellte, war die fehlende Möglichkeit einer umfassenden künstlerischen Ausbildung. Erst am Anfang des 20. Jhds. öffneten sich, abgesehen von Kassel und Frankfurt, die staatlichen Akademien in Deutschland nach und nach auch für Frauen. Bis dahin waren die Frauen auf Privatschulen und Privatunterricht angewiesen. Dieser fand zumeist bei Malern statt, die nicht genügend bekannt und oft wohl auch nicht begabt waren, um ihren Lebensunterhalt mit ihren Bildern zu bestreiten.
Aber selbst, wenn Frauen eine gute Ausbildung genossen hatten und begabt waren, konnten sie nur in seltenen Fällen von ihrer Kunst leben. Das Vorurteil, dass Frauen keine produktiven Kräfte besäßen, war groß, so dass Bilder von Frauen von vornherein wenig Beachtung fanden.
Als ab Mitte des 19. Jhds. Elementares Zeichnen in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen wurde, wählten Malerinnen zu ihrer finanziellen Absicherung oft den Weg der Zeichenlehrerin, der aber häufig ihre besten Kräfte verschlang.
Noch größer als gegenüber den sogenannten Malweibern war die Skepsis gegenüber Bildhauerinnen. Es herrschte lange Zeit die Überzeugung, dass die Bildhauerei zusammen mit der Architektur zur unweiblichen aller Künste gehöre. Man befand die Frauen nicht nur als zu schwach, um harte Materialien wie Holz und Stein zu bearbeiten, sondern sprach ihnen auch die Fähigkeit zum räumlichen Denken ab.
Im Garten der Frauen erinnern wir an 25 bildende Künstlerinnen. Dr. Beate Backhaus, die die Führung durchführt, wird besonders auf die Malerinnen Dörte Helm, Helene und Molly Cramer, Julie de Boor, Gretchen Wohlwill, Elfriede Lohse-Wächtler, die Bildhauerin Elena Luksch-Makowsky, die Maskenherstellerin und -tänzerin Lavinia Schulz sowie die Mäzenin Emmy Ruben eingehen.
Sonntag, 9. August 2026, 15 Uhr
Sonntag, 25. Oktober 2026, 15 Uhr
Es ist kein Zufall, dass die Gruppe der Bühnenkünstlerinnen durch die verschiedenen Jahrhunderte am besten repräsentiert ist und zahlenmäßig den größten Anteil an künstlerisch tätigen Frauen stellt, denn dieser Berufsstand öffnete sich Frauen sehr früh, so z. B. in Europa in der Renaissance bei der Commedia dell’Arte. Die Theaterleute galten in der Gesellschaft als randständige Gruppe, die vom Bürgertum mit äußerster Skepsis betrachtet wurde.
Der Nachwuchs der Truppen war zumeist in den Stand geboren und stand von klein auf mit auf der Bühne, Erst im 19. Jhd. waren es zunehmend Frauen aus kleinbürgerlichen Familien, die den Sprung ans Theater wagten. Nicht selten erging es ihnen wie Annie Kalmar, die weniger auf Grund ihres Talents als auf Grund ihrer schönen äußeren Hülle verehrt wurde. Immer wieder wurden bedeutende Darstellerinnen aber auch als Künstlerinnen wahrgenommen und geschätzt. Für eine Überbrückung der Kluft zwischen den zwei Welten, für eine Verbürgerlichung des Schauspielerstandes, setzte sich bereits der Theaterreformer Friedrich Ludwig Schröder ein. Doch das bürgerliche Publikum suchte offenbar im Theater das, was man sich in der eigenen Welt nicht erlaubte. Heiratete ein Mann aus dem Bürgertum eine Schauspielerin, so musste sie ihre Bühnenkarriere aufgeben.
Ein wirklicher Reputationswechsel des Schauspielendenstandes fand erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. Das führte zu einem Zuwachs an Schauspielerinnen auch aus bürgerlichen Mittel- und Oberschichten.
Im Garten der Frauen wird an insgesamt 24 Schauspielerinnen, Kostümbildnerinnen, Schattenspielerinne, Theaterprinzipalinnen, Märchenerzählerinnen und Tänzerinnen erinnert.
Christiane Thoma, die die Führung durchführt, wird besonders auf die Schauspielerinnen Annie Kalmar und Charlotte Kramm, auf die Ballettmeisterin Olga Brandt-Knack, die Tanzpädagogin Lola Rogge, die Märchenerzählerin Charlotte Rougemont, die Theaterprinzipalin Gerda Gmelin sowie die Schattenspielerin Traute Stawitzki eingehen.
Sonntag, 16. August 2026, 15 Uhr Sonntag, 4. Oktober 2026, 15 Uhr
Weltweit ist häusliche patriarchale Gewalt die häufigste Ursache für körperliche Verletzungen bei Frauen. In Deutschland ist jede vierte Frau betroffen. Dabei spielen Bildung, Einkommen, Alter, soziale Schicht, kultureller oder religiöser Hintergrund kaum eine Rolle. Sie sind keine entscheidenden Ursachen für häusliche Gewalt. Häusliche patriarchale Gewalt gegen Frauen findet in allen Gesellschaftsschichten und Ländern statt. Das gewalttätige Verhalten von Männern wird in patriarchal geprägten Gesellschaften, bewusst oder unbewusst, als Mittel zur Ausübung von Macht und Kontrolle eingesetzt.
Auch die Frauen, die in der Frühen Neuzeit als Hexen beschuldigt und verbrannt wurden, waren Opfer patriarchaler Gewalt. Sie entsprachen nicht der von der patriarchalen Gesellschaft abverlangten Norm, wie eine Frau zu sein hatte. Besonders Frauen waren gefährdet, wenn sie als besonders attraktiv empfunden wurden, als tüchtige Geschäftsfrauen agierten, die Männern Konkurrenz machten oder mit speziellen Wissen – wie der Heilkunde – ausgestattet waren.
Im Garten der Frauen wird an 6 Frauen erinnert, die Opfer patriarchaler Gewalt wurden: Christel Klein, Abelke Bleken, Anna Beuschel, Gertrud Bräuer, Frieda Roblick, Ruth Schult. Hanna Hirt, die die Führung durchführt, wird auf diese Frauen eingehen.
Sonntag, 30. August 2026, 15 Uhr
Als Frauen verstärkt begannen, Lyrik, Romane und Dramen zu verfassen, die zum Druck bestimmt waren, stießen sie auf heftige Kritik und Vorurteile. Zum einen galt es bis weit ins 19. Jhd. als unschicklich, dass Frauen in die Öffentlichkeit traten, zum anderen sprach man ihnen authentische Kreativität per se ab. Das führte dazu, dass viele Schriftstellerinnen, die in der literarischen Welt ernst genommen werden wollten, ihre Werke anonym veröffentlichten oder, weit häufiger ein männliches Pseudonym annahmen und so ihre weibliche Identität verbargen. Erst die Öffnung der Universitäten für Frauen, die Preußen 1908 als letztes deutsches Land vollzog, führte zu einem tiefgreifenden Wandel im Profil der Schriftstellerinnen. Sie erhielten Zugang zu Wissen, das sie bis dahin nur mühsam auf autodidaktischem Weg oder im Ausland hatten erwerben können. Dennoch haben es auch heute noch Frauen weitaus schwerer im Literaturbetrieb bemerkt zu werden. Das zeigt sich z. B. daran, dass immer noch weitaus mehr Literaturpreise an Männer gehen – und das liegt sicherlich nicht daran, dass Männer die besseren Literaten sind.
Im Garten der Frauen erinnern wir an 14 Schriftstellerinnen und Journalistinnen.
Sigrid Meissner, die die Führung durchführt, wird besonders auf die Schriftstellerinnen Marie Hirsch, Ilona Bodden, Jutta Bauer, Minna Dittmer, Eva Gaehtgens, Marie von Roskowska, Elisabeth Schucht, Claudine Staack und Inge Stolten sowie auf die Journalistinnen Ariane Gottberg und Astrid Matthaei und die Verlegerin Hilde Claassen eingehen.
Sonntag, 6. September 2026, 15 Uhr
Ein Stützpfeiler eines patriarchalen Gesellschaftssystems ist das Negieren und Abwerten sogenannter weiblicher Fähigkeiten. Und deshalb wurden und werden Frauen, die sich ums Kind kümmern, sei es als Kindergärtnerinnen, Kindermädchen, Tagesmütter etc. weitaus geringer entlohnt als Männer in vergleichbaren Positionen.
Ein Großteil der Arbeit in sozialen Bereichen wurde und wird von Frauen und darüber hinaus auch noch ehrenamtlich geleistet. Das sich kümmern um andere entspricht dem herrschenden Frauenideal in einer patriarchal ausgerichteten Gesellschaft. Doch solche Arbeiten werden von der patriarchal ausgerichteten Gesellschaft als weniger wert geachtet und damit, wenn sie als Beruf professionalisiert werden, geringer entlohnt als gleichwertige Männerarbeit. So ist das 1955 vom Deutschen Bundestag einstimmig verabschiedete „Übereinkommen 100 der Internationalen Arbeitsorganisation“ vom Juni 1951 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit bis heute keine Realität.
Viele der sozialen Arbeiten, die von Frauen verrichtet wurden und werden, werden in den Bereich der ehrenamtlichen Tätigkeit verwiesen – nach dem Motto: ist die Frau in der Familie eh für diese Bereiche wie Kinder- und Krankenpflege zuständig, dann kann sie solche Arbeiten außerhalb des Familienlebens auch ehrenamtlich tätigen. Damit ist die Marginalisierung von Frauenarbeit wieder hergestellt und das Patriarchat kann seine Macht behalten, um seine weitere Existenz zu sichern.
Durch diese absurde Einteilung der Welt in wichtige Männer und unwichtige Frauentätigkeiten werden auch „effeminierte“, angeblich „verweiblichte“ Männer ausgegrenzt und entwertet, als „Weicheier“ oder „Warmduscher“ denunziert.
Im Garten der Frauen erinnern wir an 15 Frauen, die in sozialen Bereichen tätig waren.
Marlies Kruse, die die Führung durchführt, wird besonders auf das Kindermädchen Franziska Jahns, die Leiterin der Kinderpflegerinnenschule Margarethe Münch, auf Margarethe Meyer Schurz, die den Begriff „Kindergarten“ in den USA einführte, auf Wanda Paulmann, die Ehrenvorsitzende der Mehrgenerationeninitiative Natissis, auf Hanna und Olga Stolten, die Mitbegründerinnen der AWO und auf die Streetworkerin Domenica Niehoff eingehen.
Sonntag, 13. September 2026, 15 Uhr
Sonntag, 11. Oktober 2026, 15 Uhr
Bis 1968 waren Theologinnen in Hamburg von der Mitarbeit in allen führenden und leitenden Gremien der Landeskirche wie Synoden und Kirchenrat ausgeschlossen. Erst 1968 entschied sich die Hamburger Landeskirche, Frauen zum Pfarramt zuzulassen.
Im Garten der Frauen erinnern wir an 8 Frauen aus dem Kirchenbereich. Irene Camp, die die Führung durchführt, wird besonders auf die Pastorin Margarete Braun und die Diakonissen Albertine Assor und Adele Schwab eingehen.
Sonntag, 20. September 2026, 15 Uhr
Im Garten der Frauen wird an einige Frauen erinnert, die als Pionierinnen in ihren Betätigungsfeldern bezeichnet werden können.
Im Garten der Frauen erinnern wir an 7 solcher Frauen. So an die Zoologin Erna Mohr, die erste Fahrradbeauftragte der Freien und Hansestadt Hamburg Dagmar Bettina Meyer, die erste weibliche Polizeikommissarin Rosamunde Pietsch, an Celly de Rheidt, eine der Pionierinnen des Nackttanzes, an Clara Klabunde, erste Gerichtspräsidentin der BRD, an Johanna Mestorf, erste Frau in Preußen, die den Titel Professor erhielt und an Rosa Bartl, eine der ersten Zauberhändlerinnen.
Hanna Hirt wird die Führung durchführen.
Sonntag, 27. September 2026, 15 Uhr
Nachdem die Frauen 1918 die politische Gleichberechtigung erlangt hatten, drängten einige von ihnen in die Hamburgische Bürgerschaft. 1919 gab es 10,8% weibliche Bürgerschaftsabgeordnete. Ihre Zahl sank jedoch im Laufe der nächsten Jahre kontinuierlich. 1932 waren nur noch 7% der Abgeordneten Frauen. Der Grund für den Rückgang lag in den enttäuschten Hoffnungen. Die Parteifrauen mussten erkennen, dass ihr Einfluss im Parlament und in den Parteien sehr gering war. Sie stießen häufig auf Konkurrenzgebaren und unsolidarisches Verhalten von Seiten der männlichen Kollegen. Politikerinnen hatten kaum eine Chance, in höhere Funktionen gewählt zu werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg schickte die Britische Militärregierung in die Ernannte Bürgerschaft (Febr. 1946-Okt. 1946) sieben Frauen und 74 Männer. Als die Erste Bürgerschaft (Okt. 1946 – Okt. 1949) nach dem Krieg frei gewählt wurde, lag der Anteil der weiblichen Mitglieder bei 16%.
Auch bei den Gewerkschafterinnen dauerte es seine Zeit, bis auch sie sich in größerer Anzahl organisierten. So war zu Helma Steinbachs Zeiten nur ein kleiner Teil der Arbeiterinnen – ca. 2% – in Vereinen und Fachverbänden organisiert. Durch die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs – besonders im Hinblick auf Ausbeutung, Hunger und Not – erhielten mehr Arbeiterinnen Zugang zu den Gewerkschaften.
Der Anteil der Frauen, die in den freien Gewerkschaften organisiert waren, stieg von 1914 bis 1919 von 9 auf 24%. Allerdings nutzten die Gewerkschaften dieses Potenzial nicht, sie kümmerten sich zu wenig um die Belange ihrer weiblichen Mitglieder. So unterstützte in den 1920-er Jahren der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund nicht die Forderungen seiner weiblichen Mitglieder nach gleichem Recht auf Arbeit für die Frauen und gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit. Ursache dieser Ignoranz ist im patriarchalen Gesellschaftssystem zu sehen, dessen Vorstellung von der Minderwertigkeit der Frau auch in den Köpfen der männlich dominierten Gewerkschaftsmitglieder verankert war.
Im Garten der Frauen erinnern wir an 14 Politikerinnen und 6 Gewerkschafterinnen sowie Vorsitzende von Berufsverbänden. Sigrid Meissner, die die Führung durchführt, wird sich besonders den Bürgerschaftsabgeordneten Emmi Beckmann, Elisabeth Pape, Grete Zabe, Marie Bautz, Elsa Teuffert, Paula Westendorf, Gertrud Lockmann, Hermine Peine, Margarethe Wöhrmann und Gerda Gühlck, den Gewerkschafterinnen Helma Steinbach, Hilde David und Annie Kienast sowie den Vorstandsmitgliedern von Berufsverbänden Annelinde Töpel und Annemarie Weighardt widmen.
Sonntag, 27. September 2026, 15 Uhr
Nachdem die Frauen 1918 die politische Gleichberechtigung erlangt hatten, drängten einige von ihnen in die Hamburgische Bürgerschaft. 1919 gab es 10,8% weibliche Bürgerschaftsabgeordnete. Ihre Zahl sank jedoch im Laufe der nächsten Jahre kontinuierlich. 1932 waren nur noch 7% der Abgeordneten Frauen. Der Grund für den Rücklauf lag in den enttäuschten Hoffnungen. Die Parteifrauen mussten erkennen, dass ihr Einfluss im Parlament und in den Parteien sehr gering war. Sie stießen häufig auf Konkurrenzgebaren und unsolidarisches Verhalten von Seiten der männlichen Kollegen. Politikerinnen hatten kaum eine Chance, in höhere Funktionen gewählt zu werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg schickte die Britische Militärregierung in die Ernannte Bürgerschaft (Febr. 1946-Okt. 1946) sieben Frauen und 74 Männer. Als die Erste Bürgerschaft (1946-1949) nach dem Krieg frei gewählt wurde, lag der Anteil der weiblichen Mitglieder bei 16%.
Auch bei den Gewerkschafterinnen dauerte es seine Zeit, bis auch sie sich in größerer Anzahl organisierten. So war zu Helma Steinbachs Zeiten nur ein kleiner Teil der Arbeiterinnen – ca. 2% – in Vereinen und Fachverbänden organisiert. Durch die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs – besonders im Hinblick auf Ausbeutung, Hunger und Not – erhielten mehr Arbeiterinnen Zugang zu den Gewerkschaften.
Der Anteil der Frauen, die in den freien Gewerkschaften organisiert waren, stieg von 1914 bis 1919 von 9 auf 24%. Allerdings nutzten die Gewerkschaften dieses Potenzial nicht, sie kümmerten sich zu wenig um die Belange ihrer weiblichen Mitglieder. So unterstützte in den 1920-er Jahren der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund nicht die Forderungen seiner weiblichen Mitglieder nach gleichem Recht auf Arbeit für die Frauen und gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit. Ursache dieser Ignoranz ist im patriarchalen Gesellschaftssystem zu sehen, dessen Vorstellung von der Minderwertigkeit der Frau auch in den Köpfen der männlich dominierten Gewerkschaftsmitglieder verankert war.
Im Garten der Frauen erinnern wir an 14 Politikerinnen und 6 Gewerkschafterinnen sowie Vorsitzende von Berufsverbänden. Sigrid Meissner, die die Führung durchführt, wird sich besonders den Bürgerschaftsabgeordneten Emmi Beckmann, Elisabeth Pape, Grete Zabe, Marie Bautz, Elsa Teuffert, Paula Westendorf, Gertrud Lockmann, Hermine Peine, Margarethe Wöhrmann und Gerda Gühlck, den Gewerkschafterinnen Helma Steinbach, Hilde David und Annie Kienast sowie den Vorstandsmitgliedern von Berufsverbänden Annelinde Töpel und Annemarie Weighardt widmen.