Margot Baiter
Speditionskauffrau und Künstlerin
Quelle: privat
15.3.1938
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30.7.2026
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30.7.2026
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Als jüngste von drei Schwestern, erblickte meine Mutter das Licht der Welt am 15.03.1938 in Hamburg. Mutter Anni und Vater Georg waren stets gesellig und ihrer Zeit voraus. Die engste Bindung hatte meine Mutter zu ihrer nur ein Jahr älteren Schwester Ulli, die mit ihren nunmehr 89 Jahren immer noch sehr fit ist. Die ältere Schwester Helga hatte mehr die Rolle der „Aufpasserin“. Sie war während des Krieges die rechte Hand von Mutter Anni. Leider ist Helga bereits unerwartet mit 76 Jahren verstorben.
Meine Mutter sprudelte stets über vor Kreativität. Schon als junge Frau erfreute sie sich der Schauspielkunst in einer „bunten“ Laienspieltruppe. Beruflich besuchte sie die Höhere Handelsschule und lernte Speditionskauffrau. Allerdings zog sie im Alter von ca. 24 die Abenteuerlust und das Fernweh fort nach Mexiko, wo sie als eine Art Au-pair in einer Familie aushalf. Dort hatte sie dann ein „tête à tête“ mit Gerhard. Aus dieser Liaison ging ich (Tochter) hervor. Gerhard und meine Mutter heirateten in Mexiko. Da die medizinische Versorgung im Ausland zu der Zeit noch sehr schlecht war, kehrte meine Mutter mit mir im Bauch zurück nach Deutschland. Vater Gerhard blieb zurück in Mexiko. Nach einem Jahr kam er einmal zu Besuch. Er hat immer monetär für sein Kind (mich) gesorgt, aber die Eltern ließen sich scheiden. Fortan wurde Töchterlein Kathrin (ich) von Oma Anni und Mutter Margot „verhätschelt“.
Meine Mutter arbeitete dann bis zu ihrer Rente bei der Firma ‚Finnpap‘ als Speditionskauffrau.
In ihrer Freizeit begann sie die Aquarellmalerei und erschuf über die Jahre hinweg viele schöne Kunstwerke. Zudem ließ ihr Faible für den „Spanischen Flair“ nie nach. Sie lernte die Sprache perfekt und trank gern mal ein oder auch mehrere Gläser Vino, mit leckeren Tapas dazu.
1986 verstarb der Lebenspartner meiner Mutter durch einen Unfall. Daraufhin verließ sie ihren damaligen Wohnsitz in Norderstedt und kaufte sich eine Wohnung in Alsterdorf. Mit Ende 70 wurde ihr alles zu viel und sie verkaufte ihr Domizil, um eine Zeit lang in dem doch recht kostspieligen „New-Living-Home“ zu residieren. Dort ging sie fast jeden Tag schwimmen und schwitzte ab und zu in der Sauna.
Ihren Geist hielt meine Mutter fortlaufend fit durch: Spanisch-Kurse, DoKo- und Skat-Runden, Theaterbesuche, Schreibwerkstatt u.v.m. Sie war stets umtriebig und gern unter Menschen. Das Alleinsein machte ihr große Angst.
Im hohen Alter von 84 Jahren, suchte sie sich eine Wohnung in Eppendorf und kehrte somit in die Heimat ihres jungen Erwachsenseins zurück. Sie ging nun in dem Park spazieren, in dem ich (ihre Tochter) laufen gelernt hatte. Hier verbrachte sie – bis auf das letzte halbe Jahr – noch schöne Zeiten mit vielen Aktivitäten. Auf unseren kleinen Familientreffen wurde traditionell immer eine Runde Skat „gekloppt“! Wie werden wir das vermissen!!
Am 30.07.2026 ist meine Mutter in meinem Beisein im KH-Eppendorf friedlich für immer eingeschlafen. Möge ihre Seele in Frieden ruhen.
Du fehlst!